Steve Wozniak: "E-Mail-Verschlüsselung hätte längst Standard werden müssen"

Steve Wozniak versteht nicht, warum Betriebssysteme E-Mails nicht längst standardmäßig verschlüsseln. Früher habe das Internet für unbegrenzte Freiheit gestanden, heute sei es ein weltweites Werkzeug für Repression.

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Steve Wozniak
Steve Wozniak (Bild: Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images)

"Wenn Apple und Microsoft PGP in ihren Programmen eingebaut hätten, dann wären heute alle E-Mails verschlüsselt", sagte Steve Wozniak auf der Cebit 2014. Er vertraue der Verschlüsselungssoftware, die sein Freund Phil Zimmerman entwickelt hat. Die Computerhersteller wollten aber anscheinend solche Lösungen nicht umsetzen.

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Aus Sicht der Anwender könne er großen Unternehmen nicht mehr unbedingt vertrauen, sagte Wozniak. Keiner wisse, was in den Millionen Codezeilen untergebracht sei, die die aktuellen großen Anwendungen ausmachten. Auch die jüngst bekanntgewordene SSL-Sicherheitslücke in Apples Betriebssystem Mac OS X und iOS kamen zur Sprache. Wozniak könne zwar nicht mit Sicherheit sagen, dass es sich nicht um einen beabsichtigten Fehler gehandelt habe, im Zweifel vertraue er aber der Firma, die er mitbegründet hat. Es könne auch ein einfacher Programmierfehler gewesen sein.

Kritik an sozialen Netzwerken

Für Wozniak ist der Whistleblower Edward Snowden ein Held. Die Freiheit, die die USA während des Kalten Krieges gegen die UdSSR verteidigt habe, sei die gleiche, die Snowden und er verträten, sagte Wozniak. Die durch die US-Verfassung garantierten Rechte würden nach und nach ausgehebelt. Snowden habe den Mut gehabt, sein komplettes bisheriges Leben aufzugeben, um diese Freiheit zu verteidigen. Das bewundere er.

Die NSA sei vermutlich nicht die einzige Organisation in den USA, die Menschen ausspähe, sagte Wozniak, der auch einer der Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation ist. Allerdings hätten sich die Menschen inzwischen auch zu einem gewissen Grad daran gewöhnt. Das sei auch den sozialen Medien geschuldet. "Das Internet wird kontrolliert und wir werden vom Internet kontrolliert." Was er von der Aussage des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan halte, dass soziale Medien eine Bedrohung für die Gesellschaft seien? "Das ist wahr. Aber sie lassen sich nicht mehr aufhalten", sagte Wozniak dazu und lachte.

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