Steve Ballmer: "Ich war ein ziemlicher Arsch"

Der ehemalige Microsoft-CEO Steve Ballmer zog sich im Jahr 2014 von seinem Posten als Chef zurück. Ihm folgte der damalige Cloud-Computing- und Bing-Chef Satya Nadella, der auch heute noch Microsoft-CEO ist. Ballmer hatte es aber wohl nicht leicht, sich emotional von dem Konzern zu trennen. Das bestätigt er in einem Interview des Acquired-Podcast(öffnet im neuen Fenster) . "Es war mein Baby" , sagt der ehemalige CEO.
Aus diesem Grund klammerte sich Ballmer laut eigenen Aussagen anfangs an das Unternehmen. "Ich war zu sehr emotional abhängig" , sagt Ballmer. "Man möchte nicht so emotional gebunden bleiben, weil man denkt, dass man dann alles in Ordnung bringen muss." Er habe zu sich selbst gesagt, dass er der beste Investor sei, sich in die Materie einlesen und auch von der Seitenlinie aus viel für Microsoft tun könne.
"Ich bin zu einem Shareholder-Meeting gegangen" , erinnert sich Ballmer zurück. "Ich war ein ziemlicher Arsch, meiner Ansicht nach." Es habe ein Jahr lang gedauert, bis der im Jahr 2015 nicht mehr aktiv arbeitende Manager sich emotional von Microsoft habe trennen können. Das habe allerdings auch bedeutet, sich von den eigenen Anteilen am Unternehmen zu trennen.
Aktien verkaufen oder nicht?
Einen Teil seiner Aktienanteile verkaufte Ballmer tatsächlich, um die gemeinnützige Ballmer Group zu finanzieren. "Vielleicht hätte ich einfach alles verkaufen sollen" , sagt Ballmer. "Ich war kein Gründer, habe mich aber als solcher gesehen. Ich mein, ich war so früh dabei und hab im Prinzip jeden eingestellt." Für ihn ging es dabei nicht ums Geld, sondern um die vollständige Trennung von Microsoft.
Am Ende ließ sich Ballmer von externen Beratern überzeugen, seine Anteile nicht zu verkaufen. Eine gute Entscheidung: Mit einem Vermögen von etwa 133,3 Milliarden US-Dollar gehört er zu den reichsten Menschen der Welt – größtenteils durch den Erfolg von Microsoft, der nach seinem Weggang rapide einsetzte.