Steuervermeidung: Amazon EU Sàrl hat 2021 keine Gewinne verbucht

Trotz Umsätzen von 51 Milliarden Euro vermeldete Amazon für sein europäisches Geschäft im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Verlust.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Von 51 Milliarden Euro Umsatz ist nichts übrig geblieben?
Von 51 Milliarden Euro Umsatz ist nichts übrig geblieben? (Bild: Christian Wiediger/Unsplash)

Die in Luxemburg ansässige Amazon EU Sàrl hat für das Jahr 2021 in Luxemburg keine Einkommenssteuer gezahlt. Das geht aus Unterlagen hervor, die Bloomberg vorliegen. Amazon EU Sàrl umfasst die Märkte in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden.

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Für das vergangene Jahr meldete die luxemburgischen Gesellschaft des Onlineversandhändlers Verluste in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Dadurch sei keine Steuer auf den Gewinn angefallen, dafür erhielt Amazon aber Steuergutschriften, die auf zukünftige Gewinne angerechnet werden können. Gleichzeitig stieg der Umsatz im Jahr 2021 auf 51,3 Milliarden Euro, 17 Prozent mehr als noch im Jahr 2020.

Laut den internen Dokumenten beschäftigt Amazons luxemburgisches Unternehmen 6.899 Angestellte. Für den Verlust seien Ausgaben in Höhe von 37 Milliarden Euro für "Roh- und Betriebsstoffe" und 15 Milliarden an "externen Kosten" verantwortlich.

Investitionen statt Gewinnen

"Wir investieren massiv in die Schaffung von Arbeitsplätzen und Infrastruktur in ganz Europa - mehr als 100 Milliarden Euro seit 2010", sagte ein Amazon-Sprecher Bloomberg. "Die Körperschaftssteuer basiert auf den Gewinnen, nicht auf den Einnahmen, und im vergangenen Jahr hat Amazon EU Sàrl einen Verlust gemacht, während wir mehr als 50 neue Standorte in ganz Europa eröffnet und über 65.000 gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen haben, womit sich die Gesamtzahl unserer ständigen Mitarbeiter in Europa auf über 200.000 erhöht hat."

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Tatsächlich baute Amazon etwa seine Logistik-Infrastruktur aus. Im Herbst eröffnet ein neues Logistikzentrum in Kaiserslautern, das rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Bis Ende des Jahres sollen in Deutschland insgesamt 6.000 Arbeitsplätze entstehen.

Gleichzeitig gab es immer wieder Streiks von Mitarbeitern, zuletzt im April 2022, als die Gewerkschaft Verdi eine Erhöhung des Stundenlohns für Lagerarbeiter forderte.

Verluste trotz Milliardenumsätzen

Die Schlagzeile des Berichts von Bloomberg liest sich nahezu identisch zu denen aus dem vergangenen Jahr. Schon 2020 berichtete The Guardian, dass Amazon trotz Rekordumsätzen von damals 44 Milliarden Euro keine Steuern zahlte. "Tatsächlich wurden der Einheit Steuergutschriften in Höhe von 56 Millionen Euro gewährt, die sie zum Ausgleich künftiger Steuerrechnungen verwenden kann, sollte sie Gewinne erzielen", so The Guardian 2020.

Seit Beginn der Coronapandemie ist der Onlineversandhandel noch einmal beliebter geworden, wovon auch Amazon profitierte.

Nachtrag vom 21. April 2022, 14:06 Uhr

Die Überschrift in diesem Artikel wurde angepasst, um klarzustellen, dass sich der Bericht von Bloomberg ausschließlich auf das in Luxemburg ansässige Geschäft von Amazon bezieht und nur in Luxemburg keine Einkommensteuern gezahlt wurden. Zuvor war missverständlich von der EU die Rede. "Wir zahlen in Ländern in ganz Europa Körperschaftssteuern in Höhe von Hunderten von Millionen Euro, und wir arbeiten überall in voller Übereinstimmung mit den lokalen Steuergesetzen", schreibt Amazon in einer Stellungnahme.

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decaflon 23. Apr 2022

Ja und? Dann senkt Amazon die Steuerlast über mehrere Jahre. Wenn ich 1000 Leute...

u21 22. Apr 2022

Muss nicht sein. Besteuert wird übrigens bei der GewSt der Gewerbeertrag, der sich aus...

u21 22. Apr 2022

Guter Hinweis. Ansonsten ist die Lohnsteuer ein Steuerabzug im vorgelagerten Lohn...

u21 22. Apr 2022

Auch Unternehmer können für Fahrten Wohg-Arb nur die Pauschale ansetzen. Für Reisen die...



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