Steuerungstechnik: Die ferngesteuerte Fabrik

Linde ist eines der ersten Großunternehmen, das ganze Fabriken ohne Mitarbeiter steuert. Die Entwicklung erfasst immer mehr Branchen und könnte die Produktion grundsätzlich verändern.

Artikel veröffentlicht am , Alexander Hüsing/Deutsche-Startups.de
Steuerungszentrale von Linde in Leuna
Steuerungszentrale von Linde in Leuna (Bild: Linde)

Wenn in der Luftzerlegungsanlage von Linde in Basel der Gasdruck zu hoch ist, dann blinkt bei Joachim Pretz im Kontrollzentrum eine Warnmeldung auf. Auf 15 Monitoren je Arbeitsplatz können er und sein Team die Messwerte überwachen, eine Kamera liefert zudem Videobilder. So weit, so normal.

Inhalt:
  1. Steuerungstechnik: Die ferngesteuerte Fabrik
  2. Das große Geschäft
  3. Leuna wird Steuerungszentrum Europas

Doch die Kontrolleure sitzen nicht etwa im Betrieb in der Schweiz, sondern im mehr als 600 Kilometer entfernten Leuna. Hier hat Linde ein hochmodernes "Remote Operations Center (ROC)" gebaut, von dem die Anlagen aus der Ferne überwacht werden. Aktuell sind zehn europäische Standorte angeschlossen, in denen Luft in die Einzelteile Sauerstoff, Stickstoff und Edelgase zerlegt wird. Bis Ende 2013 sollen es sogar 28 sein. Derzeit arbeiten drei Anlagen im Parallelbetrieb. Zwar läuft testweise schon die Fernsteuerung, sicherheitshalber ist noch eine Mannschaft vor Ort. Die Anlagen werden in den nächsten Monaten ganz von Leuna aus übernommen.

Linde ist eines der ersten Großunternehmen, die ganze Fabriken ohne Mitarbeiter vor Ort fahren. Damit sind die Münchener Vorreiter einer Entwicklung, die viele Branchen erfasst hat und Produktion, aber auch Dienstleistungen grundsätzlich verändern werden. Immer mehr Firmen steuern, kontrollieren und warten Anlagen und Systeme aus der Ferne. Die bessere Steuerungstechnik und größere Bandbreiten in der Datenübertragung schaffen neue Einsatzmöglichkeiten: U-Bahnen brauchen keine Fahrer mehr, Ölplattformen auf hoher See werden von Land aus kontrolliert, Kläranlagen vom Blackberry aus gesteuert.

"Im Grunde können die Systeme branchenunabhängig eingesetzt werden", sagt Christian Hildenbrand. Er ist Geschäftsführer des IT-Anbieters Quellwerke, der unter anderem die Software für solche Remote-Lösungen anbietet. So setzt zum Beispiel Lanxess eine entsprechende Steuerungstechnik in Teilen seiner Chemieanlagen ein. Dass nun Linde ganze Anlagen in den Randzeiten bereits im Null-Mann-Betrieb steuert - vor Ort ist nur noch eine Bereitschaft, die bei einem Alarm rausfahren kann -, ist eine neue Dimension.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Das große Geschäft 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Neuro-Chef 15. Nov 2012

80% könnten es locker auch heute schon sein..

Neuro-Chef 14. Nov 2012

Das kann ich so nicht unterschreiben. Häte man mich mit 6 Jahren gefragt, ob ich zur...

Neuro-Chef 14. Nov 2012

Oh ja, und bei 1:51 hatte ich den Eindruck, Uwe lügt xD

einmalbenutzername 02. Aug 2012

--> snip Dabei geht es gar nicht so sehr darum, Arbeitsplätze zu sparen. Natürlich fallen...

spiderbit 01. Aug 2012

ich gebe dir soweit recht das das BGE nicht die Lösung aller Probleme ist, aber ab dann...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloud-Ausfall
Eine AWS-Region als Single Point of Failure

Ein stundenlanger Ausfall der AWS-Cloud legte zentrale Dienste und sogar Amazon selbst teilweise lahm. Das zeigt die Grenzen der Cloud-Versprechen.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

Cloud-Ausfall: Eine AWS-Region als Single Point of Failure
Artikel
  1. Euro NCAP: Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis
    Euro NCAP
    Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis

    Mit dem Renault Zoe sollte man keinen Unfall bauen. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt das Elektroauto null Sterne.

  2. Hohe Nachfrage: BMW plant Sonderschichten für den neuen i4
    Hohe Nachfrage
    BMW plant Sonderschichten für den neuen i4

    Das neue Elektroauto ist begehrt: Die Wartezeiten für den BMW i4 könnten ohne zusätzliche Produktion auf bis zu ein Jahr steigen.

  3. Wirtschaftsministerium Niedersachsen: Bisher gelten noch 56 KBit/s als Breitband
    Wirtschaftsministerium Niedersachsen
    "Bisher gelten noch 56 KBit/s als Breitband"

    Das Recht auf schnelles Internet und Universaldienstverpflichtung sind im neuen Telekommuniktionsgesetz (TKG) noch nicht bestimmt. Bisher gilt eigentlich ein absurder Wert aus der Vergangenheit.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer-Monitore zu Bestpreisen (u. a. 27" FHD 165Hz OC 199€) • Kingston PCIe-SSD 1TB 69,90€ & 2TB 174,90€ • Samsung Smartphones & Watches günstiger • Saturn: Xiaomi Redmi Note 9 Pro 128GB 199€ • Alternate (u. a. Razer Opus Headset 69,99€) • Release: Halo Infinite 68,99€ [Werbung]
    •  /