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Das Facebook-Logo (Bild: Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images)

Steuertrick Double Irish Facebook entdeckt den Nano-Steuersatz

Irland hat Geld bitter nötig, doch von den Milliardenumsätzen, die Facebooks irische Tochter macht, bleibt in der Staatskasse praktisch nichts hängen. Neue Zahlen zeigen, wie viel Mark Zuckerberg mit Steuertricks spart.

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Michael Noonan war zufrieden, als er am Montag die Steuereinnahmen präsentierte. Die seien "sehr stark", sagte der irische Finanzminister. Der Anstieg im November zeige schwarz auf weiß, dass das Land aus der Krise komme. Seine Regierung sagt, sie werde 2013 und 2014 weniger neue Schulden machen als bisher vorausgesagt. Am 15. Dezember will Irland als erster Staat den Euro-Rettungsschirm verlassen.

Die Steuereinnahmen könnten allerdings viel höher sein, wenn multinationale Unternehmen nicht dank der irischen Gesetze tricksen könnten. Zum Beispiel Facebook: Das Unternehmen zahlte mit Hilfe seiner Steuerkonstruktion nur einen Mini-Steuersatz in dem Land, in dem immerhin das internationale Hauptquartier des sozialen Netzwerks von Mark Zuckerberg liegt.

Facebooks Umsatz, der über Irland abgerechnet wurde, lag 2012 bei fast 1,8 Milliarden Euro - 70 Prozent höher als im Jahr zuvor. Es handelt sich dabei um alle Einnahmen außerhalb der USA, vor allem Einnahmen aus Onlinewerbung. Auf den Betrag habe das Unternehmen nur 1,9 Millionen Euro Steuern in Irland gezahlt, berichtet die Financial Times. Die Zeitung bezieht sich auf Zahlen aus dem Jahresbericht von Facebook. Der Steuersatz, den das Unternehmen gezahlt habe, sei noch geringer als im Jahr davor gewesen.

Wie aus Gewinn ein Verlust wird

Den Satz hat Facebook wohl mit einer Konstruktion so weit senken können, die als Double Irish bekannt ist. Sie gehört zu jenen Strategien der Steuervermeidung, die OECD und G20 seit kurzem offensiver bekämpfen wollen. Allein der EU sollen wegen Steuertricks Einnahmen von bis zu einer Billion Euro fehlen. Auch andere Unternehmen wie Apple oder Starbucks nutzen irische und karibische Niederlassungen, um ihre Steuern ebenso in den Nanobereich zu senken wie Facebook. Irland bestreitet aber, die großen Konzerne mit individuell ausgehandelten Steuerdeals ins Land gelockt zu haben.

Der Steuersatz für Unternehmen in Irland ist mit 12,5 Prozent ohnehin schon niedrig. Aber hinter der irischen Facebook-Tochter, die weniger als 400 Menschen in Dublin beschäftigt, stehen auch mehrere konzerneigene Ableger mit Sitz auf den karibischen Cayman Islands. Dort zahlen Unternehmen keine direkten Steuern.

Der Double Irish beruht auf einer Besonderheit des irischen Rechts: Ein Unternehmen kann in Irland eingetragen sein, auch wenn es außerhalb des Landes - etwa auf den Cayman Islands - steuerpflichtig ist. Das geht, solange es nur ausreichend Mitarbeiter oder "Operationen" in Irland selbst hat - worauf Google und Facebook genau achten. In Irland sind zwei Unternehmensteile registriert. Firma 1 (in diesem Fall Facebook Ireland) zahlt dabei Firma 2 (Facebook Holding) "Lizenzgebühren" für die Nutzung deren geistigen Eigentums - was bedeutet, dass sie den Großteil der Gewinne aus Facebooks internationalen Geschäften weiterleitet. Die Holding ist in Irland allerdings nicht steuerpflichtig, sondern auf den Caymans. So floss der FT zufolge praktisch der gesamte Rohertrag von 1,75 Milliarden Euro aus Irland ab, bei Facebook Ireland verblieb ein Verlust von 626.000 Euro. Der Guardian schreibt von 770 Millionen Euro, die Facebook unversteuert auf die Caymans abgeführt habe. Der Rest sei in die USA gegangen.

Einziger Nachteil für die Konzerne: Sie können die Gewinne nur schwer in ihr Heimatland USA transferieren - denn sonst würden sie dort steuerpflichtig. Das Geld ist in der Karibik geparkt.

Facebook verwies darauf, dass sich die Firma an alle Gesetze halte. In Dublin sei man lediglich wegen der gut ausgebildeten, englischsprachigen Arbeitskräfte.

Minister Noonan nützt der Erfolg von Zuckerberg also nicht viel. Er hat zwar "staatenlosen" Unternehmen den Steuerkampf angesagt, nachdem der US-Senat Irland wegen Apples Steuertricks ungewöhnlich scharf angegriffen hatte. Senator John McCain nannte das Land offen ein "Steuerparadies". Doch auf Facebook, Apple & Co. wären Noonans geplante Änderungen wohl gar nicht anwendbar. Ihre Tochterfirmen sind ja nicht staatenlos - sondern ganz legal in sonnigen Karibikstaaten registriert.


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Lemo 09. Dez 2013

Jein, Uli Hoeneß hat versteuert, aber nicht alles. Uli Hoeneß sagt eben er habe dafür...

azeu 09. Dez 2013

Deine Antwort mag ganz einfach sein, meine Frage war es aber nicht :) Ich habe das schon...

Analysator 08. Dez 2013

Aber, aber Wettbewerb! Darum ist der bundesdeutsche Föderalismus doch auch eine...

Anonymer Nutzer 07. Dez 2013

Vielleicht sollten sich die Wähler mal an die Nase fassen. Wer sich bescheissen läßt, der...

ChefTony 07. Dez 2013

Ne also nicht wirklich..ich weiss nicht ob du jemals einen Blick in ein DBA, geschweige...



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