Steuern in Deutschland: Kaum Mehreinnahmen durch globale Mindeststeuer

Deutschland würde durch eine globale Mindeststeuer Mehreinnahmen im Promillebereich durch die IT-Konzerne erzielen.

Artikel veröffentlicht am ,
Googles Finanzgebaren bleibt weiterhin verschwommen.
Googles Finanzgebaren bleibt weiterhin verschwommen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der deutsche Fiskus kann von der geplanten globalen Mindeststeuer für Digitalkonzerne kaum profitieren. Das hat eine Kurzexpertise des Netzwerks Steuergerechtigkeit im Auftrag des ZDF-Magazins Frontal 21 ergeben. So würde der Streamingdienst Netflix seine Steuerquote am geschätzten deutschen Anteil des Gesamtgewinns nur von 0,17 auf 0,35 Prozent steigern. Bei Google würde sich der Anteil verdoppeln, wäre aber immer noch deutlich niedriger als der mögliche Mindeststeuersatz von 15 Prozent.

Stellenmarkt
  1. SAP ABAP Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Hannover
  2. Mitarbeiter IT-(Produkt)-Datenmanagement / Data Engineer (m/w/d)
    CARAT Systementwicklungs- und Marketing GmbH & Co. KG, Mannheim
Detailsuche

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich wichtige Industrienationen im Juni 2021 auf die Grundprinzipien einer weltweiten Digitalsteuer verständigt. Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte die Einigung vorangetrieben und anschließend gesagt: "Von der globalen Mindestbesteuerung wird Europa, wird Deutschland sehr profitieren. Wir rechnen also mit erheblichen zusätzlichen Einnahmen, die dadurch möglich werden."

Das sieht Studienautor Christoph Trautvetter vom Netzwerk Steuergerechtigkeit jedoch anders. So geht er in dem zehnseitigen Papier (PDF) davon aus, dass der Suchmaschinenkonzern Google auch in Zukunft nur auf eine Steuerquote von 7,3 Prozent in Deutschland komme. Das ist mehr als das Doppelte der bisherigen 3,6 Prozent.

Den Schätzungen zufolge machte Google im Jahr 2020 mit seinem Deutschland-Geschäft einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Statt der eigentlich fälligen Steuern in Höhe von 450 Millionen Euro - bei einem Steuersatz von 30 Prozent - zahlte Google nur 50 Millionen Euro. Demnach würde Deutschland "zusätzliche Steuereinnahmen von etwa 55 Millionen Euro aus bisher in den USA versteuerten Residualgewinnen erhalten", schreibt Trautvetter.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen
Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Viel geringer fällt der Effekt hingegen bei Netflix aus. Demnach stiegen die Steuerzahlungen lediglich um 230.000 Euro auf 480.000 Euro im Jahr. Das entspreche einem Anteil von 0,35 Prozent am geschätzten Gewinn in Deutschland in Höhe von 138,5 Millionen Euro.

Der Studie zufolge geht Netflix dabei folgendermaßen vor: "In Deutschland sitzt nur eine winzige Service-Gesellschaft mit 9 Mitarbeitern. Das Europa-Geschäft macht eine Netflix-Tochter in den Niederlanden. Die schreibt die Rechnungen an ihre deutschen Kunden. Doch auch in Holland wird der Gewinn kaum versteuert, denn die holländische Netflix-Tochter zahlt hohe Gebühren, z.B. für die Nutzung der Inhalte und der Marke Netflix an die US-Muttergesellschaft."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


senf.dazu 11. Sep 2021 / Themenstart

Aber erst wenn man auch die letzten Abweichler wie Niederlande und Irland eingesammelt...

Waswei... 11. Sep 2021 / Themenstart

Das zweite ist objektiv und meinungsbereinigt. Kaum ist eine subjektive Reaktion mit...

PrinzessinArabella 11. Sep 2021 / Themenstart

An eine eigene Firma für die Nutzung der eigenen Markenrechte sitzend in Niederlande und...

Bonarewitz 10. Sep 2021 / Themenstart

Wenn es so ist, wie du schreibst, kann man nicht behaupten, Scholz könne nicht rechnen...

Bonarewitz 10. Sep 2021 / Themenstart

Scheuer feuern brächte Deutschland finanziell mehr, als die globale Mindeststeuer. Muss...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cyrcle Phone 2.0
Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten

Dass Mobiltelefone in den letzten 20 Jahren meist nicht rund gewesen sind, scheint einen guten Grund zu haben, wie das Cyrcle Phone 2.0 zeigt.

Cyrcle Phone 2.0: Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten
Artikel
  1. A New Beginning: Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt
    A New Beginning
    Jetzt wird Outcast wirklich fortgesetzt

    Rund 22 Jahre nach dem Start des ersten Teils gibt es die Ankündigung von Outcast 2 für Xbox Series X/S, Playstation 5 und Windows-PC.

  2. Bundesinnenministerium: Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert
    Bundesinnenministerium
    Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert

    Meldebescheinigungen oder Baugenehmigungen warten weiter auf die Digitalisierung.

  3. Smartphones: Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen
    Smartphones
    Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen

    Das Handelsembargo der USA gegen Huawei zeigt Wirkung, wenn auch anders als geplant.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • iPhone 13: jetzt alle Modelle vorbestellbar • Sony Pulse 3D PS5-Headset Midnight Black vorbestellbar 89,99€ • Breaking Deals mit Club-Rabatten (u. a. Samsung 65" QLED 1.189,15€) • WD Black SN750 1TB 96,99€ • Amazon Exklusives in 4K-UHD • GP Anniversary Sale: History & War [Werbung]
    •  /