Steuerberater, Lohnsteuerhilfe, App?: Die passende Hilfe bei der Steuererklärung
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Die einen schieben sie so lange auf wie möglich, die anderen füllen die Formulare möglichst frühzeitig aus oder sortieren ihre Belege für den Steuerberater schon im Frühjahr, um schneller Geld vom Finanzamt zurückzubekommen. So oder so, Mitte März kann man mit der Steuererklärung für 2025 beginnen. Vorher fangen auch die Finanzämter nicht an. Denn erst jetzt haben sie alle steuerlich relevanten Daten von Arbeitgebern und Versicherungen übermittelt bekommen, und auch die Software ist aktualisiert.
Die gesetzliche Frist für die Abgabe der Steuererklärung endet bereits am 31. Juli 2026, mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein am 28. Februar 2027. Was aber tun, wenn man als IT-Fachkraft zwar Software programmieren und analytisch denken kann, aber sich trotzdem von der Steuererklärung überfordert fühlt oder schlichtweg keine Lust darauf hat? Und welche Helfer – vom Steuerberater über die Lohnsteuerhilfe bis zur Steuerapp – sind für wen am besten geeignet und gleichzeitig günstig? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Für wen ist ein Steuerberater sinnvoll?
1.172 Euro im Durchschnitt erhielten Steuerpflichtige laut den zuletzt verfügbaren Zahlen des Statistisches Bundesamt(öffnet im neuen Fenster) nach Abgabe ihrer Einkommensteuererklärung zurück. Trotzdem ist es nicht immer ratsam, sich gleich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater zu wenden. Ob sich das rentiert, hängt davon ab, wie schwierig die Steuererklärung ist.
"Angestellte, Rentner oder Beamte, die nur Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit oder nur eine Rente oder Pension bekommen, müssen eigentlich nicht zum Steuerberater gehen," sagt Steuerberater Marcus Polz von der Kanzlei Müller & Polz aus Eresing in Oberbayern.
Anders sieht es aus, wenn es komplizierter wird, etwa wenn ein Arbeitszimmer abzusetzen ist, höhere Kapitaleinkünfte vorliegen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu deklarieren oder etwa Renovierungskosten richtig anzugeben sind. "Wer da Angst hat, Fehler zu machen, ist natürlich bei einem Steuerberater gut aufgehoben," sagt Polz.
Wie ist das bei den Selbstständigen?
Ein Fall für den Steuerberater sind meistens auch die Steuererklärungen von Selbstständigen, Freiberuflern oder Unternehmerinnen und Unternehmern. Ihnen bieten die Steuerberaterinnen und Steuerberater zusätzliche Leistungen an, etwa die Buchhaltung inklusive Umsatzsteuervoranmeldungen, eine Lohnbuchhaltung und das Erstellen der Steuererklärungen samt Jahresabschluss.
"Theoretisch könnten Selbstständige das auch selbst machen. Aber der Aufwand ist ihnen meistens zu hoch. Sie müssen sich richtig einarbeiten, tief ins Steuerrecht eindringen. Die wenigsten haben die Muße dazu," sagt Polz. Außerdem habe man die Sicherheit, "dass die Steuererklärung korrekt ist, wenn das ein Steuerberater übernommen hat. Man sollte ruhig schlafen können, auch wenn man weiß, dass ein Betriebsprüfer kommt."