Stereoskopie: Neue Diskussionen um Schädlichkeit von 3D-Displays

Kinder unter sechs Jahren sollten gar keine stereoskopischen Darstellungen anschauen, Jugendliche unter 13 nur zeitlich begrenzt: Das sind Empfehlungen, die die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz (Anses) Anfang November 2014 veröffentlicht hat(öffnet im neuen Fenster) . Jetzt zieht einer der wichtigsten Augenexperten die Ergebnisse in einem Aufsatz auf Newscientist.com(öffnet im neuen Fenster) in Zweifel: Martin Banks, Professor für Ophthalmologie an der University of California at Berkeley.
Banks sagt zwar, dass neue Technologien ganz grundsätzlich immer mit Risiken behaftet sein könnten. Allerdings basiere die Warnung von Anses auf keiner nachprüfbaren Grundlage. Stattdessen habe die Behörde nur von "bahnbrechenden Analysemethoden" gesprochen, ohne weitere Details zu veröffentlichen.
Laut Banks gebe es keine bekannte Studie, die dauerhafte Gefahren von Stereoskopie belege – vom leichten Unwohlsein oder von Kopfschmerzen abgesehen, wie sie viele Menschen etwa nach einem Besuch im 3D-Kino hätten. Normalerweise sei es aber schlicht so, dass die Symptome aufhörten, sobald man nicht mehr auf eine künstlich erzeugte stereoskopische Darstellung blicke.
Die französische Behörde Anses hatte auf Basis der neuen Analysen gewarnt, dass die natürlichen Prozesse beim Fokussieren auf eben nur vorgetäuscht räumliche Objekte gestört würden, was insbesondere bei jüngeren Kindern zu dauerhaften Schäden führen könne.