Abo
  • IT-Karriere:

Stereolithografie: Der Beamer wird zum 3D-Drucker

Ein Beamer ist ein zentraler Bestandteil eines neuartigen 3D-Druckers, den Forscher aus Kalifornien entwickelt haben. Er projiziert Bilder in ein flüssiges Harz, das in Form des abgebildeten Objekts aushärtet.

Artikel veröffentlicht am ,
Der 3D-Drucker Replicator nutzt als Lichtquelle einen herkömmlichen Beamer.
Der 3D-Drucker Replicator nutzt als Lichtquelle einen herkömmlichen Beamer. (Bild: Hayden Taylor/UC Berkeley)

Nicht Schicht für Schicht, sondern im Nu und als Ganzes: Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley (UC Berkeley) haben ein neues 3D-Druckverfahren entwickelt und zur Demonstration eine kleinere Ausführung der Statue "Der Denker" von Auguste Rodin erstellt. Das Verfahren hat neben der Geschwindigkeit noch andere Vorzüge.

Stellenmarkt
  1. LeasePlan Deutschland GmbH, Düsseldorf
  2. Visteon Electronics Germany GmbH, Karlsruhe, Sofia (Bulgarien), Palmela (Portugal), Chennai (Indien)

Das Verfahren basiert auf der Stereolithographie (SLA). Dabei werden Objekte aus einem flüssigen Kunstharz aufgebaut. Das Harz härtet aus, wenn es Licht mit einer bestimmten Wellenlänge ausgesetzt wird. Es befindet sich in einem zylinderförmigen Behälter, der in Rotation versetzt wird.

Als Lichtquelle nutzen die Forscher um Hayden Taylor einen herkömmlichen Beamer. Der projiziert einen Film auf den sich drehenden Zylinder und belichtet so das Druckmaterial. Die Forscher fotografieren zunächst das Objekt, das sie kopieren wollen, von allen Seiten. Anschließend setzen sie diese Bilder zu einem Film zusammen, der dann auf das Harz projiziert wird. Der Aufbau der kleinen Statue hat etwa zwei Minuten gedauert.

Das Licht härtet das Harz aus flüssigen Polymeren, das mit lichtempfindlichen Molekülen und gelöstem Sauerstoff vermischt ist, aus. Nach dem Druck wird das Objekt aus dem Zylinder genommen, das nicht ausgehärtete Harz wird abgewaschen und kann wieder verwendet werden.

Inspiriert ist die Technik von der Computertomographie (CT), bei der 2D-Aufnahmen des menschlichen Körpers aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen und anschließend zu einem 3D-Bild montiert werden. "Im Grunde haben wir dieses Prinzip umgekehrt", sagt Taylor. "Wir versuchen, ein Objekt zu erschaffen, anstatt ein Objekt zu vermessen. Aber tatsächlich stammt viel von der Theorie, die uns das ermöglicht, aus der Theorie, die der Computertomographie zugrunde liegt."

Die Oberflächen sind glatt

Vorteil der Technik ist, dass der Druck viel schneller geht als bei den herkömmlichen, schichtbasierten Verfahren. Zudem sind nach Angaben der Forscher die Oberflächen glatter, Abstufungen durch das schichtweise Aufbauen eines Objektes entstehen nicht. Das soll es beispielsweise ermöglichen, mit dem Verfahren optische Bauteile herzustellen. Zudem ist es möglich, ein Objekt um ein vorhandenes herumzudrucken. So haben die Forscher einen Griff für einen Schraubenzieher aufgebaut.

Replicator nennen die Forscher ihre Entwicklung, die sie in der Fachzeitschrift Science beschreiben. Sie haben dabei an das gleichnamige System aus der Star-Trek-Filmserie gedacht. Allerdings nutzt der New Yorker 3D-Drucker-Hersteller Makerbot die Bezeichnung schon für seine 3D-Drucker.

Ein anderes schnelles SLA-Verfahren haben Forscher der Universität von Michigan vorgestellt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 249€ + Versand
  2. ab 234,90€

yalla 05. Feb 2019

Ich kann meinen Vorrednern nur halb zustimmen. Hier meine Beobachtung nach Lesen des...

zwangsregistrie... 04. Feb 2019

schöne Idee aber die ergebnisse sehen kacke aus. Gibts das auch in HD oder so?

AllDayPiano 04. Feb 2019

Sind sie. Zumindest die Ausgangsstoffe sind es fast immer. Viele sind allerdings noch gar...


Folgen Sie uns
       


Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert

Cinebench R20 soll mit bis zu 256 Threads umgehen können.

Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
Elektromobilität
Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
  2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
  3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Milla Bund sagt Pläne für KI-gesteuerte Weiterbildungsplattform ab
  2. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  3. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"

    •  /