Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Sterbender Stern: Zweites Leben für einen erloschenen Stern

Vor 30 Jahren setzte bei einem erloschenen Stern erneut die Fusion ein. Nun hat er sich wieder aufgeheizt und wohl nicht mehr viel Zeit vor sich.
/ Mario Petzold
7 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Sakurais Objekt im Lichtteleskop (rechts) und im Radioteleskop (Bild: Universität Innsbruck)
Sakurais Objekt im Lichtteleskop (rechts) und im Radioteleskop Bild: Universität Innsbruck

Sakurais Objekt, ein ehemaliger weißer Zwergstern, hat sich im Jahr 1996 durch einen thermischen Impuls erneut entzündet. Eigentlich hatte bei dem Stern, der sich am Ende seines Lebenszyklus befindet, die Kernfusion bereits ausgesetzt. Aus bisher noch nicht geklärten Gründen entzündete sich eine innere Heliumschicht wieder, so dass es sich aktuell um einen roten Riesen handelt.

Es folgte eine schnelle Ausdehnung, die zwangsläufig zu einer Abkühlung führte, wodurch große Mengen Staub von Sakurais Objekt in den Weltraum geschleudert wurden. Seitdem war es schwierig, den Stern hinter der Staubschicht weiter zu beobachten.

Die Bemühungen rissen in den letzten 30 Jahren jedoch nicht ab, da Astronomen wegen des hohen Tempos des Vorgangs hoffen, die verschiedenen Phasen eines sterbenden Sterns direkt zu beobachten. Sonst finden solche Veränderung im Zeitraum von Jahrhunderten statt, hier dagegen in Jahrzehnten.

Modellrechnungen teils unzutreffend

Aktuelle Daten, die unter anderem von Forschern der Universität Innsbruck(öffnet im neuen Fenster) aus Beobachtungen des Very Large Telescope in Chile ermittelt wurden, zeigen eine starke Erhöhung der Oberflächentemperatur auf 27.000 bis 36.000 Kelvin. Das ist allerdings weniger, als verschiedene Modelle vorhergesagt haben.

Das Forschungsteam, dessen Studie in Monthly Notices of the Royal Astronomical Society(öffnet im neuen Fenster) erschienen ist, hofft in den nächsten Jahren weitere Entwicklungen dokumentieren zu können. Aus dem Abgleich mit unterschiedlichen Theorien zur Sternenentwicklung ließe sich dann ableiten, welche Annahmen mit dem tatsächlichen Verhalten eines sterbenden Sterns übereinstimmen.

Ermöglicht wurde die Datenerfassung an Sakurais Objekt erst durch ein Team von Astronomen der Universität Rio de Janeiro. Die Arbeitsgruppe simulierte die Bildung von Staubwolken eines freigelegten Sternenkerns, wie sie hier zu beobachten ist, Nur durch das Herausrechnen der Staubwolken aus den Beobachtungen des Very Large Telescope wird der Blick auf den sich schnell verändernden Stern frei.


Relevante Themen