Stephen Hawking: Das Universum braucht keinen Gott

In einem Vortrag in Kalifornien hat sich Stephen Hawking dazu bekannt, dass er Gott nicht für einen Faktor bei der Entstehung des Universums hält. Den nächsten großen Durchbruch in der Kosmologie erwartet er von der Erforschung des Wesens der dunklen Materie und der dunklen Energie.

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Stephen Hawking (2012): Produkt von Quantenfluktuationen im sehr frühen Universum
Stephen Hawking (2012): Produkt von Quantenfluktuationen im sehr frühen Universum (Bild: Leon Neal/AFP/Getty Images)

Gott hat den Urknall nicht entzündet, das Universum braucht keinen Gott als Ursprung, um zu existieren: Diese These hat der britische Physiker Stephen Hawking in einem Vortrag vertreten, den er am California Institute of Technology in Pasadena gehalten hat.

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Viele Menschen versuchten immer noch, den Theorien der Wissenschaftler einen göttlichen Ursprung des Universums entgegenzusetzen. "Was machte Gott vor der göttlichen Schöpfung? Bereitete die Hölle für diejenigen vor, die solche Fragen stellen?", sagte Hawking laut dem US-Nachrichtenangebot Space.com.

Hawking auf dem Rasen

Der Ursprung des Universums hieß der Vortrag, den der britische Physiker am Dienstagabend (Ortszeit) am California Institute of Technology in Pasadena gehalten hat. Mehr als 1.100 Zuhörer seien gekommen, berichtet die Tageszeitung Los Angeles Times. Da nicht alle in dem Hörsaal Platz fanden, wurde Hawkings Vortrag per Video in einen zweiten Hörsaal und auf einen Rasen übertragen.

Noch vor nicht allzu langer Zeit habe die Kirche versucht, Wissenschaftler von diesem Thema abzubringen, erzählte Hawking. Papst Johannes Paul II habe sie ermahnt, der Frage nach dem Moment der Schöpfung nicht nachzugehen, da der heilig sei. Just zu der Zeit habe er selbst einen Aufsatz zu dem Thema veröffentlicht, erzählte er. "Ich war froh, dass ich nicht gleich einer Inquisition unterzogen wurde."

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Allerdings wandte sich Hawking auch gegen andere Ursprungstheorien: Die russische Theorie, dass das Universum aufgrund der Schwerkraft kollabiert sei und sich nach der Implosion nun wieder ausdehne, sei lediglich ein Glaubensgrundsatz der Marxisten, sagte Hawking. Auch die Vorstellung, dass schwarze Löcher der Ursprung von Universen seien, hält er für falsch. Die meisten Physiker hielten es für unmöglich, dass Materie, die ein schwarzes Loch einsaugt, in ein anderes Universum gelange.

Die Existenz von Menschen sei im großen Plan der Dinge das Ergebnis eines Glücksspiels, sagte Hawking. "Wir sind das Produkt von Quantenfluktuationen im sehr frühen Universum. Gott würfelt wirklich."

Dunkle Seite des Universums

Die nächsten großen Erkenntnisse in der Kosmologie erwartet Hawking in der Erforschung des dunklen Teils des Universums. "Das fehlende Bindeglied der Kosmologie ist das Wesen der dunklen Materie und der dunklen Energie", sagte Hawking. Die Materie, wie wir sei kennen, mache nur fünf Prozent der Energiedichte des bekannten Universums aus. Dunkle Materie hingegen mache 27 Prozent, dunkle Energie gar 68 Prozent aus. Das zeigten die Ergebnisse des europäischen Weltraumteleskops Planck.

Wichtige Erkenntnisse erwartet Hawking zudem vom Large Hadron Collider (LHC), dem Teilchenbeschleuniger des europäischen Kernforschungszentrums Cern. Die LHC haben im vergangenen Jahr mutmaßlich das Higgs-Boson entdeckt, das als fehlendes Teil im gegenwärtigen Standardmodell der Teilchenphysik gilt. Hawking bedauerte in seinem Vortrag die Entdeckung - allerdings nicht weil er deswegen eine Wette verloren hatte - sondern aus rein wissenschaftlichen Gründen: "Die Physik wäre viel interessanter, wenn es nicht gefunden worden wäre."

Kleiner Beitrag

Hawking resümierte sein eigenes Leben und seine wissenschaftliche Arbeit: Es sei "eine herrliche Zeit zum Leben und zum Forschen in der theoretischen Physik" gewesen, sagte der Brite. "Unsere Vorstellung vom Universum hat sich in den letzten 50 Jahren sehr verändert, und ich bin froh, wenn ich einen kleinen Beitrag geleistet habe. Die Tatsache, dass wir Menschen, die wir bloße Ansammlungen von Elementarteilchen der Natur sind, in der Lage waren, dem Verständnis der Gesetze, die uns und unser Universum bestimmen, so nahe zu kommen, ist ein großer Triumph."

Hawking beendete seinen Vortrag mit dem Aufruf, den Weltraum weiter zu erforschen: "Um der Zukunft der Menschheit willen müssen wir weiter in den Weltraum vordringen. Ich glaube nicht, dass wir weitere tausend Jahre überleben, wenn wir nicht unserem zerbrechlichen Planeten entkommen." Hawking tritt immer wieder dafür ein, dass die Zukunft der Menschheit nicht auf der Erde, sondern auf einem anderen Himmelskörper liegt.

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Argual1991 27. Mär 2018

Ist schon ein uralter Beitrag aber habe mich kurz dran gemacht und spaßeshalber ganz...

Tilman21 22. Okt 2017

Ich teile diese Auffassung. Ob es zu deren Untermauerung hingegen notwendig ist, das 500...

Glaubensmensch 16. Mai 2015

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Glaubensmensch 16. Mai 2015

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