Stellenabbau: Nintendo gibt Europazentrale Großostheim auf

Der japanische Spielekonsolenhersteller Nintendo will seine Europazentrale im fränkischen Großostheim bei Aschaffenburg schließen und nach Frankfurt am Main verlagern. Das teilte Nintendo am Freitag nach Angaben regionaler Medien(öffnet im neuen Fenster) mit. In einer Mitteilung des Unternehmens hieß es dazu: "Leider hätten diese Maßnahmen für einige der Mitarbeiter in Großostheim direkte Konsequenzen, da rund 130 festangestellte Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren würden." Lokalpolitiker forderten einen Sozialplan für alle Mitarbeiter in Großostheim.
Nintendo will mit diesem Schritt ermöglichen, "sich besser an einen sich sehr schnell wandelnden Markt anzupassen" . Dazu zählten die Schließung des Lagers und des Bürostandortes Großostheim sowie das Outsourcing und die Neuorganisation weiterer Funktionsbereiche. "Die Entscheidung, diese Änderungsmaßnahmen in den Konsultationsprozess zu geben, wurde nicht leichtfertig getroffen" , heißt es in der Mitteilung. Ihr lägen "umfassende Analysen und gewissenhafte Abwägungen zu Grunde" .
300 Beschäftigte sollen nach Frankfurt wechseln
Nach Angaben der Aschaffenburger Tageszeitung Main-Echo kam das Aus für den Standort nicht überraschend. Nintendo habe zuvor schon eine Teilproduktion nach Hamburg ausgelagert. Der Konzern soll deutschlandweit rund 1.100 Beschäftige haben, in Großostheim sei die Rede von etwa 430 Teil- und Vollzeitkräften. Rund 300 Mitarbeitern werde wohl das Angebot gemacht, nach Frankfurt zu pendeln. Die Aktivitäten in der Nintendo-Lagerhalle sollen bereits im August enden, die Verwaltung im ersten Quartal 2015 wegziehen.
Das Aus des Standortes Großostheim sei von der Konzernzentrale in Japan vorgegeben worden, habe Großostheims Bürgermeister Herbert Jakob (CSU) unter Berufung auf ein Gespräch mit Europa-Chef Wolfgang Hartlaub berichtet. Die lokale Politik, darunter Landrat Ulrich Reuter (CSU), bat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) um Unterstützung für die Sicherung des Standortes. Dem werden aber wenig Chancen eingeräumt.