Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Stellenabbau bei Alphabet: Investor fordert Zehntausende weitere Entlassungen

Laut Fondsmanager Christopher Hohn sollte Alphabet auf die Größe von 2021 schrumpfen. Auch zu hohe Gehälter kritisiert er.
/ Daniel Ziegener
20 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Christopher Hohn fordert weitere Entlassungen. (Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images)
Christopher Hohn fordert weitere Entlassungen. Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images

Rund 12.000 Menschen haben bereits ihren Arbeitsplatz bei Alphabet verloren, 28.000 weitere sollten laut Christopher Hohn folgen. Der Gründer der Fondsmanagementfirma TCI lobte die Massenentlassungen und forderte in einem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) gleichzeitig eine Ausweitung der Sparmaßnahmen.

Die Entscheidung sei "ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie kehrt nicht einmal das sehr starke Wachstum der Mitarbeiterzahl im Jahr 2022 um" , so der Hedgefondsmanager. "Letztendlich wird die Unternehmensleitung noch weiter gehen müssen."

"In den letzten fünf Jahren hat Alphabet seinen Personalbestand mehr als verdoppelt und über 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt, von denen allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 über 30.000 hinzukamen" , so Hohn. Seiner Meinung nach soll das Management von Alphabet die Zahl der Angestellten auf etwa 150.000 reduzieren. Das entspräche ungefähr der Größe aus dem Jahr 2021(öffnet im neuen Fenster) und würde laut Hohn "einen Personalabbau in der Größenordnung von 20 Prozent erfordern" .

Hohns Unternehmen TCI hält laut eigenen Angaben Alphabet-Aktien im Wert von 6 Milliarden US-Dollar. Bereits im November 2022(öffnet im neuen Fenster) versuchte Hohn, mit einem offenen Brief Einfluss auf CEO Sundar Pichai zu nehmen, und forderte ihn zu radikalen Sparmaßnahmen auf.

Der Manager von TCI verdiente mit seinem Investmentfonds 2022 rund 664 Millionen Euro(öffnet im neuen Fenster) .

Wettbewerb um Talente sei "deutlich zurückgegangen"

Der Fondsmanager kritisierte auch die Bezahlung von Alphabets Angestellten. Das Mediangehalt habe 2021 bei fast 300.000 US-Dollar gelegen, das Durchschnittsgehalt noch höher. "Der Wettbewerb um Talente in der Technologiebranche ist deutlich zurückgegangen, so dass Alphabet die Vergütung pro Mitarbeiter deutlich senken kann" , schrieb Hohn.

In den letzten Monaten kündigten zahlreiche Tech-Unternehmen aus den USA Entlassungen an. Zuletzt baute Amazon 18.000 Stellen ab, Microsoft 10.000 .

Alphabet kündigte am 20. Januar 2023 an, 12.000 und damit rund 6 Prozent aller Angestellten weltweit zu entlassen . Es handelt sich um die größte Entlassungswelle in der Firmengeschichte.

In der Ankündigung sprach Sundar Pichai davon, dass der Konzern personell schneller gewachsen sei, als die wirtschaftliche Lage trage. "Ich übernehme die volle Verantwortung für die Entscheidungen, die uns hierher geführt haben" , sagte Pichai.


Relevante Themen