Wendelstein 7-X ist "eine reine Physik-Maschine"

In Deutschland wird dazu weiterhin an den physikalischen und technischen Grundlagen geforscht. "Im IPP werden die physikalischen Grundlagen der Fusion bearbeitet. Ein Weg, das Problem der Plasma-Wand-Wechselwirkung zu entschärfen, ist, den Rand des Plasmas möglichst kalt zu halten, während das Zentrum sehr heiß ist. Das macht man über plasmaphysikalische Methoden, die das Plasma in den gewünschten Zustand bringen", sagt Milch.

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Die eigentliche Energieerzeugung spielt in Greifswald hingegen keine Rolle. "Bei Wendelstein 7-X wird kein Tritium benutzt, Energieerzeugung ist kein Ziel. Als reine Physik-Maschine arbeitet Wendelstein 7-X mit einem Modell-Plasma aus leichtem Wasserstoff und Deuterium. Dies genügt, um zu untersuchen, wie man das Plasma einschließt, wie man es heizt, wie man es sauber hält", sagte die Pressesprecherin.

Iter-ähnlicher Stellarator möglich

Sollte sich das Stellarator-Prinzip auch im Dauerbetrieb als erfolgreich erweisen, folgte laut Milch als nächster Schritt ein "'Iter-ähnlicher Stellarator', der die Selbstheizung eines brennenden und Energie liefernden Stellarator-Plasmas vorführt und Technologien testet". Allerdings wäre es den aktuellen Plänen zufolge dann nicht mehr erforderlich, ein Demonstrationskraftwerk wie Demo auf Stellarator-Basis zu bauen. "Das erste Fusionskraftwerk könnte dann sowohl vom Typ Tokamak als auch vom Typ Stellarator sein", sagte Milch.

Das liegt daran, dass grundsätzliche Probleme der Fusionstechnik, wie die Erzeugung des erforderlichen Wasserstoff-Isotops Tritium und die Entwicklung der erforderlichen Materialien, bei beiden Reaktortypen gleich sind. Nach Angaben des Forschungszentrums Jülich soll Demo einen höheren Plasmadruck und damit eine höhere Leistungsverstärkung als Iter, längere Plasmapulse sowie eine längere Haltbarkeit aller Komponenten erreichen.

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Zudem soll das erforderliche Tritium in einem "Brut-Blanket" erzeugt werden, das das heiße Fusionsplasma umgibt. "Die aus dem Plasma emittierten Neutronen dringen in das Blanket ein und reagieren dort mit Lithium, sodass Tritium und Helium entstehen. Das entstehende Tritium-Gas wird dann aufgefangen und dem heißen Fusionsplasma zugeführt", heißt es dazu.

Was, wenn wir einfach die Welt retten?: Handeln in der Klimakrise

Kernfusion kommt zu spät für Klimaziele

Angesichts der vielen ungelösten Probleme stellt sich daher die Frage, ob die Kernfusionstechnik nicht viel zu spät kommen wird, um als CO2-neutrale Energiequelle zur Verfügung zu stehen. Milch sieht das nicht so: "Für Kernfusionskraftwerke wird es, wann immer sie kommen werden, eine Aufgabe geben. Klimafreundliche Grundlastkraftwerke haben auch in einer von erneuerbaren Stromquellen dominierten Energielandschaft eine Funktion." Denn auch beim überwiegenden Einsatz erneuerbarer Energien sei ein Baustein im Energiemix wünschenswert, auf den man sich wetterunabhängig verlassen könne. "Denn ausreichende Energiespeicher gibt es noch nicht, die tagelang einspringen können, wenn Wind- oder Solaranlagen ausfallen sollten", sagt Milch.

Dennoch ist völlig klar, dass die Fusionstechnik auf keinen Fall dazu beitragen wird, die geplante Klimaneutralität in der EU bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Möglicherweise wird es dann noch weitere 20 bis 30 Jahre dauern, bis Fusionskraftwerke zur Verfügung stehen. In der Zwischenzeit müssten daher noch andere Energiequellen den Strombedarf decken können. Diese könnten dann von Fusionskraftwerken abgelöst werden - möglicherweise auf Stellarator-Basis.

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 Stellaratoren: Was ein Erfolg von Wendelstein für die Kernfusion bedeutet
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Elkarlo 06. Sep 2021 / Themenstart

Der Fusionsreaktor kann die Erde retten: Wir brauchen ungehöre Energiemengen um CO2...

Dieter Grosch 24. Aug 2021 / Themenstart

Es geht aber auch so, nur ist da ,mir ein Fehler passiert. Die Reaktion erzeugt...

Nightdive 23. Aug 2021 / Themenstart

Die Spulen werden als Beispiel nicht an einem Ort gebaut sondern in verschiedenen...

Nightdive 23. Aug 2021 / Themenstart

Die EE sind doch gar keine EE denn der Wasserstoff den die Sonne für die Energie...

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