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Steigende Gaspreise: Wette auf warmen Winter in vollem Gange

Lediglich zur Hälfte sind die deutschen Gasspeicher gefüllt. Schon in drei Wochen beginnt die Heizperiode und der Gaspreis zieht bereits an.
/ Mario Petzold
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Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven an der Nordsee (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven an der Nordsee Bild: Getty Images/Sean Gallup

Laut Ines(öffnet im neuen Fenster), einem Zusammenschluss von Energiespeicherunternehmen, liegt der Füllstand aller deutschen Gasspeicher im Durchschnitt bei 53 Prozent. Den Daten der Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) zufolge stieg der Wert zuletzt auf knapp 55 Prozent, was noch immer der niedrigste bisher registrierte Wert so spät im Jahr ist.

Die Heizperiode beginnt offiziell am 1. Oktober, wenn immer mehr Haushalte mit dem regelmäßigen Heizen beginnen und der Gasbedarf deutlich steigt. Dieser liegt dann regelmäßig höher als der Import, so dass die Speicher einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Noch soll es technisch möglich sein, den Speicherfüllstand bis 1. November auf fast 80 Prozent zu erhöhen. Dieser Wert würde in einem kalten Winter jedoch nicht ausreichen, um eine durchgehende Versorgungssicherheit bis zum kommenden Frühjahr zu garantieren.

Gasmarkt verhindert die Einspeicherung

Derzeit sind die Gaspreise hoch, mehr als doppelt so hoch wie im vergangenen Winter, weil durch den Krieg zwischen Iran und den USA auf dem Weltmarkt knapp ein Fünftel des Gases fehlt, nämlich jenes aus Katar. Gleichzeitig wird spekuliert, dass sich die Situation entschärfen könnte, weshalb Gas mit Liefertermin im ersten Quartal 2027 derzeit preiswerter ist. Damit wäre das Einlagern in der jetzigen Situation ein sicheres Verlustgeschäft.

Der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) liegt dazu ein Schreiben aus dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Demnach gehe man nicht von einer Gasmangellage aus, wenn die Speicherstände auf 60 bis 70 Prozent stiegen. Voraussetzung sei, dass weder eine entsprechende Witterungslage noch der Fall von Beschädigung von Infrastruktur einträten. Wird es zu kalt oder fällt eine Pipeline, etwa aus Norwegen, aus, kann es also zur Unterversorgung kommen.

Eingriff mit Risiko verbunden

Verpflichtende Speicherfüllstände soll es nicht mehr geben, die nach Beginn des Ukrainekriegs galten, als Russland gleichzeitig seine Gaslieferungen nach Europa drosselte. Die Regierung könnte zwar eingreifen und über eine eigene Gesellschaft Gas zur Einspeicherung besorgen, aber dann wird der Markt mit weiter steigenden Preisen entsprechend reagieren.

Das war bereits bei Einführung der festen Füllstände geschehen, als der Gaspreis über den Sommer nicht wie gewohnt sank, weil die Speicherbetreiber zum Kauf von Gas verpflichtet waren. Den Markt die Situation selbst regeln zu lassen, könnte somit die Gaskosten in einem moderaten Bereich halten. Dafür muss aber darauf vertraut werden, dass ein milder Winter kommt.


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