Wie lässt sich ein Jochlenker am bequemsten nutzen?
Meine gewohnte Haltung ist auf gerader Strecke bei etwa 10 Uhr und 2 Uhr mit beiden Händen, wobei sich der linke Ellenbogen häufig an der Fahrertür abstützt. Auf kurvenreichen Strecken nutze ich den oberen Teil des Lenkrads, den es beim EQS nicht mehr gibt.
In den Serpentinen habe ich das Lenkrad an den nur leicht angedeuteten Hörnern gepackt und an den oberen Ecken angefasst. Damit ließ sich der EQS auf der dreieinhalbstündigen Testfahrt gut steuern. Wichtiger als bei einem runden Lenkrad erschien mir dabei die richtige Höhe des Lenkers. Sie lässt sich über einen Schalter an der linken Seite der Halterung einfach einstellen. Zudem lässt sich das Lenkrad über diesen Schalter ein- und ausfahren. In Kombination mit der Einstellung der Sitzhöhe lässt sich dann eine möglichst angenehme Position finden.
Auf längeren Autobahnstrecken ist es auch möglich, den rechten Arm auf der Mittelkonsole abzustützen und in den unteren Teil des Lenkrads zu greifen. Wie bequem das auf die Dauer ist, ließ sich auf der Fahrt nicht ausprobieren. Allerdings lässt sich auf der Autobahn ohnehin der Drive Assist Pro aktivieren, der die Lenkung übernimmt.
Im Gegensatz zu Mercedes nutzt der Lexus RZ ein Steer-by-Wire-Lenkrad(öffnet im neuen Fenster), bei dem die Speichen mit den Bedienfeldern nicht bis zum Lenkradkranz reichen. Das ermöglicht eine breitere Grifffläche für die Hände.
Einfaches Manövrieren mit Steer-by-Wire
Der maximale Lenkeinschlag beim EQS beträgt 170 Grad, was beim Einparken oder Rangieren erforderlich sein kann. Diesen Winkel nutzt auch der Parkassistent voll aus. In Europa ist vorgeschrieben, dass sich Lenkrad und Räder in allen Situationen synchron bewegen, bei denen der Fahrer noch aufgefordert werden kann, in das Verkehrsgeschehen einzugreifen. Bis einschließlich Level 3 muss laut Mercedes das Lenkrad mitdrehen.
Das heißt: Mercedes darf und will die technischen Möglichkeiten des Systems bei Weitem nicht ausnutzen. So wäre es möglich, die Räder beim Parken im Gefälle automatisch einschlagen zu lassen, um ein Wegrollen zu vermeiden. Doch bei einer solchen Funktion spielen Sicherheitsaspekte eine Rolle. Denn es könnte sein, dass sich ein Hund an den Rädern aufhält und durch deren Bewegung verletzt wird, erläuterte Mercedes-Entwickler Luc Diebold.
Ebenfalls möglich wäre es, den maximalen Lenkeinschlag oder andere Parameter wie die Lenkwinkel nach individuellen Bedürfnissen anzupassen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst geht es dem Hersteller darum, die Technik im Markt einzuführen und die Akzeptanz der Kunden zu testen.
Inwieweit der EQS dafür das richtige Modell ist, bleibt dahingestellt.
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