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Wird Steer-by-Wire beim EQS ein Erfolg?

Denn flache Lenkräder kommen eher aus dem Motorsport, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Außerdem sind im Motorsport keine starken Lenkbewegungen erforderlich, um sehr enge Kurven zu durchfahren. Je nach Strecke gibt es sogar unterschiedliche Lenkübersetzungen. Der EQS ist als Chauffeurfahrzeug jedoch nicht gerade als Sportlimousine konzipiert, denn dafür hat Mercedes schließlich seine Tochterfirma AMG.

Neben der Sportlichkeit hebt Mercedes daher praktische Vorteile beim Bedienkonzept hervor. "Das flacher gestaltete Lenkrad öffnet den Raum spürbar, verbessert den Blick auf das Fahrerdisplay und erleichtert zugleich den Ein- und Ausstieg" , heißt es laut Pressemitteilung.

Neu entwickelter Airbag

Letzteres ist laut Diebold sogar möglich, wenn beim Parken an Steigungen die Räder zum Bordstein hin ausgerichtet werden. Das ist in San Francisco bei allen Straßen mit mehr als drei Prozent Steigung vorgeschrieben(öffnet im neuen Fenster) . Der EQS würde in einer solchen Situation das Lenkrad beim Aussteigen gerade stellen.

Um das flache Lenkrad zu ermöglichen, musste jedoch ein neuer Airbag entwickelt werden. Da der Airbag sich nicht mehr an einem geschlossenen Lenkradkranz "abstützen" könne, übernehme "eine interne Stütz- und Faltarchitektur die kontrollierte Formgebung während der Entfaltung" . Demnach wurden Gasführung, Faltbild und Haltepunkte so ausgelegt, "dass sich der Airbag auch ohne oberen Lenkradkranz stabil und reproduzierbar positioniert" .

Wichtiger Kunde für ZF

Ob Steer-by-Wire im EQS ein Erfolg wird, bleibt daher abzuwarten. Sollte die Nachfrage ausbleiben, könnte das System ebenso wie der Drive Pilot nach Level 3 wieder aus dem Programm genommen werden.

Für den finanziell angeschlagenen Zulieferer ZF ist das neue EQS-Angebot auf jeden Fall ein wichtiger Schritt, um das System auf dem europäischen Markt zu etablieren. Ein Prestigekunde wie Mercedes dürfte sicher dabei helfen. Auf Anfrage von Golem wollte das Unternehmen aber keine Auskunft darüber geben, ob andere Hersteller die Technik ebenfalls nutzen wollen. Der Trend zu größeren und schweren Fahrzeugen mit mehr Softwarefunktionen spricht jedoch dafür, dass nach dem Cybertruck, dem ET9 und dem EQS weitere Modelle die komfortable Lenkung nutzen werden.

Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Portugal hat Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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