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Alles wird verwertet

Dabei gilt: Was noch funktioniert, wird tunlichst nicht zerlegt - weshalb Schlesier sich bei seiner Suche auf defekte Teile konzentriert. Die allerdings zerlegt er fein säuberlich und verwertet dann so gut wie möglich alle Teile - wie den Schlitten mit der Walze oder Seitenteile der Schreibmaschine, die jetzt wieder als Seitenteile links und rechts der Tastatur angebracht sind.

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Alles Mögliche findet Eingang in Schlesiers Objekte. Manches wird wieder seinem ursprünglichen Zweck gemäß verwendet, nur eben in einem neuen Gewand, wie die Buchstabentasten oder die Webcam des Computers aus einer alten Balgenkamera.

Maus mit Käfergeweih

In anderen Objekten wiederum trifft vollkommen Disparates aufeinander: ein altes Gewehr mit Ventilen, die aus einem Blasinstrument zu stammen scheinen, fantasievolle Helme, an die Teesiebe, Lampenfassungen, Messinstrumente und andere Teile montiert sind, deren Ursprung nicht mehr erkennbar ist, oder die Maus zu dem Computer. Sie ist aus Messing und sieht aus wie ein stilisierter Hirschkäfer. Der untere Teil ist ein altes Uhrwerk, auf das Schlesier ein altes Instrument aus der Zahnmedizin gesetzt hat.

  • Alexander Schlesier, Steampunk und Maker, mit Fantasiehelm auf der Maker Faire 2014 in Hannover. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Nicht alles, was an diesem Helm montiert ist, lässt sich spontan zuordnen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Einige Objekte,die Schlesier aus alten Teilen baut, haben eine Funktion - wie diese Uhren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Zweck anderer Objekte, wie etwa dieses modifizierten Gewehrs, bleibt der Fantasie überlassen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dieser Computer hätte auf der Brücke der Nautilus stehen können. Er funktioniert, und Schlesier arbeitet daran. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Er lebe mit antikem Mobiliar und retrofuturistischen Gerätschaften, erzählt der Steampunk. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Er lebe mit antikem Mobiliar und retrofuturistischen Gerätschaften, erzählt der Steampunk. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Die Maus ist drahtlos, und sie liegt auf einem kleinen Beistelltisch, dessen Platte das mit Leder bezogene Blatt einer Kreissäge ist. Digitale Technik trifft auf Dampfmaschine, High Tech von heute auf High Tech des 19. Jahrhunderts. Retro-Futurismus. Steampunk eben.

Mit der Fantasie spielen

Es gehe darum mit der Fantasie zu spielen - der eigenen, die die Objekte ersinnt, und der des Betrachters, der sie interpretiert. Etwa Schlesiers Handschuh, den er an seiner linken Hand trägt. Auf drei Fingern sitzt oben jeweils eine Spritze. Das könne der Handschuh des Zeitreisenden sein, sagt er, und in den Spitzen befänden sich Impfstoffe gegen die Krankheiten in den Epochen, in die er reise.

Oder einfach Senf, Ketchup und Mayonnaise für den Burger im Schnellrestaurant. "Das lässt viel Interpretationsspielraum, und das ist auch das Spannende dabei. Das ist, wie wenn man ein Buch liest: Es entstehen Bilder im Kopf. Man spinnt sich selbst im Kopf eine Welt zusammen. Das ist die Faszination daran."

 Steampunk: High Tech trifft auf Dampfmaschine
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