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Steam: Valve finanziert Technik für Windows-Gaming auf ARM

PC-Spiele ohne Ports auf ARM -Hardware: Valve unterstützt offenbar seit Jahren Open-Source-Projekte, mit denen das möglich wird.
/ Peter Steinlechner
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Logo von Steam (Bild: Valve)
Logo von Steam Bild: Valve

Durch ein Interview ist nun bekannt geworden, dass Valve seit Jahren still und leise zentrale Open-Source-Technologien finanziert, mit denen Windows-Spiele auch auf ARM-basierter Hardware laufen können.

Das war zwar in der Szene vermutet worden, offiziell bestätigt wurde es aber erst jetzt von Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais im Gespräch mit The Verge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).

Der wichtigste Baustein heißt Fex, eine von Valve mitinitiierte Kompatibilitätsschicht und Emulator, die x86-Code auf ARM-Chips ausführbar macht. Fex wird zusammen mit Proton eingesetzt – der bekannten Kompatibilitätsschicht auf Basis von Wine, mit der schon das Steam Deck Windows-Spiele unter Linux ausführt.

Auf ARM-Geräten kommt eine speziell angepasste Proton-Version zum Einsatz, die große Teile ihres Codes für ARM kompiliert und Fex direkt integriert. Damit sollen PC-Spiele künftig nicht nur auf klassischen x86-Systemen, sondern auch auf Smartphones, Tablets oder besonders effizienten Handhelds laufen können.

Laut Griffais begann Valve 2016 und 2017 damit, gezielt Open-Source-Entwickler für das Thema Windows-Gaming auf ARM zu rekrutieren und zu finanzieren. Fex-Leitentwickler Ryan Houdek bestätigt laut The Verge in einem Blogeintrag, dass Valve "von Anfang an" dabei war und ihn so unterstützen konnte, Fex als langfristig nutzbares, offenes Projekt aufzubauen.

Valve: Steam Phone und Steam Deck 2 als Ziel?

Grundidee ist ein weitgehend architekturunabhängiges Ökosystem, in dem Nutzer ihr Spielearchiv nicht mehr nach CPU-Typ sortieren müssen und Entwickler kaum noch Ressourcen in reine Portierungsarbeit stecken müssen.

Technisch funktioniert das ungefähr so: Fex übersetzt den ursprünglich für x86 kompilierten Maschinencode mehr oder weniger in Echtzeit in ARM-Code. Wenn ein Spiel dann Windows-APIs wie DirectX, Audio- oder Eingabefunktionen aufruft, greifen Proton und die darin enthaltenen Bibliotheken ein und setzen diese Aufrufe auf Linux beziehungsweise SteamOS um.

So werden sowohl der Architekturwechsel von x86 auf ARM als auch der Sprung von Windows zu Linux abgefangen, ohne dass der eigentliche Spielcode angepasst werden muss.

Ob Valve selbst ein dediziertes Steam Phone plant, um damit in den umsatzstarken Smartphone-Markt einzusteigen, bleibt im Interview offen. Griffais betont lediglich, der aktuelle Fokus liege auf "Wohnzimmer, Handheld und Desktop" . Denkbar ist auch, dass das noch nicht angekündigte Steam Deck 2 auf ARM basiert.

Anfang 2026 will Valve eine neue Steam Machine auf x86-Basis veröffentlichen sowie das VR-Headset Steam Frame. Letzteres setzt als erstes Valve-Gerät auf einen ARM-Chip samt der nun offengelegten Emu- und Kompatibilitäts-Stack.


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