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Steam: Valve dreht Russland und Ukraine den Geldhahn ab

Die größte Plattform für PC-Spiele zahlt keine Einnahmen mehr an Entwickler in Russland, Belarus und der Ukraine aus.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Steam selbst ist in den betroffenen Ländern weiter verfügbar. (Bild: Golem.de)

Valve hat die Zahlungen an Entwickler und Publisher nach Russland, Belarus und in die Ukraine komplett einstellt. Das betrifft Einnahmen über den Onlineshop Steam. Steam ist die größte Plattform für den Vertrieb digitaler Spiele auf dem PC. Valve informierte die Entwickler über eine automatisierte E-Mail.

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Der ukrainische Spieleentwickler Vadim Dyachenko veröffentlichte am Freitag einen Screenshot dieser E-Mail auf Twitter. "Aufgrund der aktuellen Lage können wir keine Bankzahlungen nach Belarus, Russland und in die Ukraine tätigen", heißt es darin. Valve fordert die betroffenen Entwickler dazu auf, ihre Bankdaten zu aktualisieren. Weitere Informationen enthält die E-Mail nicht.

Bereits kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden internationale Finanzsanktionen gegen russische Banken eingeführt. Auch die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa beendeten die Geschäfte in Russland. Seit Ende Februar konnten Entwickler in Russland so teils keine Auszahlungen ihrer Umsätze auf Steam mehr erhalten. Schon damals veröffentlichte Dyachenko diese Information per Tweet.

Warum in der neuen Maßnahme auch Entwickler in der Ukraine betroffen sind, ist unklar. Golem.de hat bei Valve über die Hintergründe des Auszahlungsstopps nachgefragt. Sollte das Unternehmen antworten, wird die Information nachgereicht.

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Sanktionen treffen auch die Spieleindustrie

Dyachenko selbst sei nicht direkt betroffen. Spiele, an denen er gearbeitet hat, wurden über die Konten von anderen Studios oder Publishern auf Steam veröffentlicht. Für andere könnte die Maßnahme existenzbedrohend sein. Besonders für Indie-Entwickler ist Steam trotz Alternativen wie dem Epic Game Store eine wichtige Einnahmequelle. Die Einnahmen zahlt Valve einmal im Monat aus. Je nachdem, wie lange die Sperrung dauert, könnten Entwickler so längere Zeit keinen Zugriff auf Steam-Umsätze ihrer Spiele haben. Trotz des andauernden Krieges arbeiten viele Entwickler in der Ukraine weiter, so lange die Situation es zulässt.

PC-Gaming ist in Russland besonders populär. Russisch ist die dritthäufigste Sprache auf Steam. Während der Shop selbst weiter verfügbar ist, haben die Finanzsanktionen zu einer Einschränkung der akzeptierten Zahlungsmittel bei Steam geführt.

Seit Beginn des Kriegs bekundeten viele Unternehmen aus der Spielebranche ihre Solidarität mit der Ukraine und beteiligten sich an einem Boykott von Russland. Das polnische Unternehmen CD Projekt stellte so etwa den Verkauf von Spielen über seine Plattform GOG in Russland bis auf Weiteres ein.

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