Grafik auf Vulkan-Basis

Da die DirectX-Schnittstelle nur unter Windows existiert, muss Wine sämtliche DirectX-Aufrufe auf eine andere Schnittstelle übersetzen. Standardmäßig nutzt Wine dazu OpenGL, was jedoch abhängig von den jeweiligen Spielen zu leichten bis sehr starken Leistungseinbußen führte. Ändern wollen dies die Entwickler von DXVK. Wie die Buchstabenkombination leicht andeutet, handelt es sich dabei um einen Layer für Wine, der Direct3D-Aufrufe der Versionen 10 und 11 auf die Vulkan-Schnittstelle übersetzt. Letztgenannte arbeitet deutlich flotter, womit wiederum Spiele fast die gleiche Geschwindigkeit wie unter Windows erreichen sollen. Aus diesem Grund nutzt auch Proton DXVK.

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Proton stellt an das Linux-System einige spezifische Anforderungen. Dies betrifft in erster Linie die Grafikkartentreiber. Besitzer einer Nvidia-Karte müssen die proprietären Treiber ab Version 396.54 installiert haben. Wer einen Grafikchip von AMD oder Intel verbaut hat, benötigt Mesa ab Version 18.2 und mindestens LLVM 7. Bei älteren Versionen der genannten Softwarekomponenten laufen Spieler Gefahr, dass sich DirectX-11-Spiele aufhängen. In jedem Fall muss Python in Version 3 installiert sein.

Über SteamVR lassen sich auch VR-Spiele via Proton spielen. Dazu sind teilweise weitere Voraussetzungen zu erfüllen, die eine eigene Seite auflistet. So müssen auf AMD-Systemen mindestens Mesa 17.3 mit Vulkan-Unterstützung und der Linux-Kernel 4.13 laufen. Die Entwickler von DXVK empfehlen darüber hinaus aktuellere Versionen der genutzten Grafiktreiber.

Einfach zu testen

Um Proton auszuprobieren, genügt die Installation des aktuellen Steam-Clients, der auf die aktuelle Beta-Version des Clients aktualisiert werden muss. Dazu wechselt man über die Einstellungen zum Abschnitt Account und klickt dort neben Betateilnahme auf Ändern. Im Fenster stellt man Steam Beta Update ein, bestätigt mit OK und startet den Client einmal neu. Anschließend kann man in den Einstellungen im Abschnitt Steam Play Proton auswählen, indem man einen Haken vor Enable Steam Play for all Titles setzt. Nach der Bestätigung mit OK muss man den Client neu starten.

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Es genügt jetzt, in der eigenen Bibliothek ein Spiel zu starten, für das kein nativer Linux-Port bereitsteht. Eine erste kurze Liste mit 27 offiziell laufenden Spielen liefert Valve in seiner Ankündigung von Proton. Dazu zählen unter anderem Bejeweled 2 Deluxe, Doom (auch in der Version von 2016), Final Fantasy VI, Into The Breach, Mount & Blade, Star Wars: Battlefront 2, Tekken 7 und Tropico 4.

Neben diesen offiziell unterstützten Spielen laufen auch noch viele weitere. Alle funktionierenden Spiele versucht die Seite ProtonDB zu katalogisieren. Dabei handelt es sich um ein inoffizielles Community-Projekt, das allerdings auch eventuelle Probleme und mögliche Workarounds nennt. Als Platinum gekennzeichnete Spiele arbeiten reibungslos mit Proton zusammen, bei Gold- und Silber-Spielen hakt es an der ein oder anderen Stelle. Wine-Nutzer sollten dieses Konzept aus der App-DB von Wine kennen, an der sich dieser Aufbau offensichtlich orientiert.

Probleme bereiten vor allem jene Spiele, die einen aufwendigen Kopierschutz oder Anti-Cheat-Verfahren einsetzen. Letzteres ist teilweise direkt auf die Verwendung von DXVK zurückzuführen, das prinzipbedingt einige der DirectX-DLL-Dateien ersetzt. Vor allem verschiedene Multiplayer-Spiele erkennen modifizierte DirectX-Bibliotheken, werten dies als Manipulationsversuch und verweigern deshalb den Start.

Von Tests einzelner Spiele oder gar Benchmarks sehen wir derzeit noch ab, da wir davon ausgehen, dass die ProtonDB wesentlich umfangreicher und damit hilfreicher für Nutzer ist, als wir dies in einem Artikel ausführen könnten.

Quelloffene Zukunft

Proton liegt derzeit erst in einer Beta-Version vor. Der Steam-Client bringt verschiedene Proton-Versionen mit, zwischen denen man in den Steam-Play-Einstellungen wechseln kann. Dass Proton bereits recht gute Ergebnisse liefert, ist in erster Linie der langjährigen Arbeit der Wine-Entwickler zu verdanken. Proton erschließt jedoch Linux-Spielern mit einem Mausklick zahlreiche bekannte Spiele.

Bisher ist das natürlich nur auf die Verwendung mit Steam beschränkt, so dass Titel wie Battlefield 5 damit nicht verfügbar sind. Die Vorgehensweise von Proton, also die Verknüpfung von Wine und DXVK, zeigt Nutzern aber auf, wie andere Spiele außerhalb das Steam-Universums mit verfügbaren Mitteln auch unter Linux genutzt werden können. Außerdem sind Proton selbst und alle von Valve dazu entwickelten Komponenten Open Source, so dass die Technik leicht von einer Community angepasst werden kann, sofern Bedarf dafür besteht.

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 Steam Play und Proton: Wie Valve Windows-Spiele auf Linux bringen will
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nille02 08. Jan 2019

Das ging alles damit los als Microsoft einen eigenen Store für Windows eingeführt hat...

Gallantus 08. Jan 2019

Jain. Alles was nur über den Windows Store erhältlich ist (Microsoft hat doch schon...

most 03. Jan 2019

Stalker ohne Ton? Aha.

ryazor 30. Dez 2018

Bin schon länger dabei, über 10 Jahre und habe auch die erste native Steam Version unter...



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