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Steam Play: Tschüss Windows, hallo Linux - ein Gamer zieht um

Wenn ein Gamer von Windows auf Linux umsteigt, ist das aufwendig - nahm ich an. Die Distribution Manjaro macht jedoch immerhin die Installation leicht. Laufen Spiele auch und laufen sie so schnell wie unter Windows?

Ein Praxistest von Eric Ferrari-Herrmann und veröffentlicht am
Tschüss Windows, hallo Linux - ein Gamer zieht um.
Tschüss Windows, hallo Linux - ein Gamer zieht um. (Bild: Manjaro, Microsoft, Valve, Larry Ewing/Montage: Golem.de)

In den vergangenen Jahren hat sich der Gaming-Markt spürbar gewandelt: Zwar ist Windows für Spiele weiterhin das mit großem Abstand am weitesten verbreitete Betriebssystem, aber mehr und mehr Titel erhalten eine native Linux-Unterstützung. Mit der Übersetzungsbibliothek Steam Play alias Proton und Googles Stadia-Streaming-Plattform wird Linux immer attraktiver. Ich habe den Umstieg von Windows auf Linux gewagt.

Inhalt:
  1. Steam Play: Tschüss Windows, hallo Linux - ein Gamer zieht um
  2. Steam Play: ja, nein oder doch?
  3. Was sonst noch auffällt

Mich hat dabei vor allem interessiert, wie schnell native oder übersetzte Spiele unter Linux laufen und ob es anderweitige Probleme gibt. In meinem ersten Performance-Vergleich lasse ich die Linux-Distribution Manjaro 18 gegen Windows 10 antreten. In fünf beliebten Steam-Games diverser Genres finde ich heraus, mit welchen Tücken oder Einbußen Geforce- und Radeon-Nutzer zu rechnen haben - und mit welchen nicht mehr.

Die Installation von Manjaro verläuft denkbar einfach: Ein USB-Stick mit rund 4 GByte Speicherplatz genügt. Ich schreibe mit dem Open-Source-Programm Etcher das zuvor heruntergeladene, bootfähige Live-Image von Manjaro auf den Stick, starte neu, wähle den soeben erstellten Stick im Boot-Menü des Mainboards aus - und binnen weniger Sekunden bin ich in Manjaro Linux.

Auf dem Weg dahin begegnete ich jedoch der ersten Fehlerquelle, die ein Neuling leicht übersehen könnte. Nvidia-Nutzer sollten im Live-USB-Startbildschirm als Treiber dringend non-free auswählen, die nicht quelloffenen Nvidia-Treiber werden so extra installiert. Nvidia entwickelt und veröffentlicht sie parallel und weitgehend Feature-paritätisch zu den Windows-Treibern. Zum Zeitpunkt meiner Messungen steht für Manjaro Linux jedoch bloß eine inzwischen veraltete Version des Nvidia-Treibers zur Verfügung, dazu später mehr.

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Die standardmäßig ausgewählte free-Variante installiert Open-Source-Treiber. Bei Nvidia wäre dies das sogenannte Nouveau-Paket gewesen: ein Produkt aus Reverse Engineering eifriger Freiwilliger, mit dem jedoch deutlich unterlegene Spiele-Performance erzielt wird. Der nachträgliche Wechsel auf non-free ist theoretisch möglich, jedoch anfällig für Fehler. AMD-Nutzer hingegen können und sollten zu free greifen, denn AMD liefert seine Treiber als Open-Source-Paket amdgpu aus und ist aufgrund dieser Out-of-the-Box-Lösung bei Linux-Gamern beliebt.

Der Manjaro-Installationsassistent führt mich durch die üblichen Partitionsmethoden; auch die parallele Verwendung von Windows und Linux ist möglich. Ein solches Dual-Boot-System ist jedoch nicht Teil meines Tests. Hierbei sei angemerkt, dass es immer wieder vorkommt, dass Dual-Boot-Konfigurationen durch größere Windows-Updates überschrieben werden und in der Folge nur noch Windows startet.

Nach der Installation des bloß 8 GByte großen Betriebssystems befindet sich Steam bereits im Startmenü. Die beim ersten Start auftauchenden Update-Benachrichtigungen von Manjaro hätte ich vorerst ignorieren können. Da Updates unter Linux jedoch nicht zwingend einen Neustart erfordern, installiere ich sie gleichwohl im Hintergrund und richte indes schon einmal den Steam-Client ein.

Für meinen ersten Test nehme ich in Steam keine weiteren Anpassungen vor und installiere lediglich Spiele, die ohne besondere Konfiguration unter Linux startfähig sind. Etwaige Beta-Features von Steam, die offiziell nicht in Linux unterstützte Spiele spielbar machen, lasse ich für den ersten Performance-Vergleich Manjaro Linux 18 vs. Windows 10 zunächst außen vor.

Außerdem beschränke ich mich auf die fünf Titel Doom (2016), Dirt Rally, Rocket League, Rise of the Tomb Raider und Tropico 6. Beim Blick auf die Zahl der als verfügbar angezeigten Titel in der für den Test ausgeliehenen Steam-Bibliothek eines Bekannten kommt die Ernüchterung: Sie schrumpft mit Linux auf 136 Spiele - unter Windows waren es noch 408. Doch kein Grund zur Verzweiflung: Auch etliche eigentlich nicht verfügbare Spiele laufen unter Linux.

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Steam Play: ja, nein oder doch? 
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Neuro-Chef 03. Jul 2019

Sehr gut möglich. Man kann schön sehen, wie der Updater an der falschen Stelle in der...

Crass Spektakel 03. Jul 2019

Ja das ist mir auch oft aufgefallen. Viele Spiele erreichen unter Linux 90-95% der FPS...

Crass Spektakel 03. Jul 2019

Grafik ist unter Linux nicht Aufgabe des Kernels. WINE übersetzt für OpenGL und konkret...

Crass Spektakel 03. Jul 2019

Du merkst doch garnicht mit was der andere Spielt oder denkst Du der WOW-Spieler unter...

Crass Spektakel 03. Jul 2019

Völliger Quatsch. Alle bekannten Anti-Cheat-Programme laufen auch unter Linux. Die...


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