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Steam Machine im Praxistest: Trotz hohem Preis besser als jede Playstation

Die Steam Machine von Valve sieht gegen eine PS5 für 600 Euro doch chancenlos aus, oder? Nicht, wenn wir den Würfel von allen Seiten betrachten.
/ Oliver Nickel
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Die Steam Machine ist Valves neue Spielekonsole mit SteamOS. (Bild: Oliver Nickel/Golem)
Die Steam Machine ist Valves neue Spielekonsole mit SteamOS. Bild: Oliver Nickel/Golem
Inhalt
  1. Steam Machine im Praxistest: Trotz hohem Preis besser als jede Playstation
  2. Steam Machine als Medienserver und Heimtheater-Computer
  3. 4K bei 60 Hz wird manchmal schwierig
  4. PC-Spiele gegen Konsolenspiele
  5. Valve Steam Machine – Verfügbarkeit und Fazit

Als Valve die Steam Machine vorgestellt hat, ist die kleine Box vor allem wegen ihres wenig kompetitiv erscheinenden Preises kritisiert worden. 1.040 Euro, und 1.110 Euro mit Steam Controller, klingen eben im Vergleich zur Playstation 5 und Xbox Series X für etwa 600 Euro recht unattraktiv – vor allem, da diese Konsolen ebenfalls bereits im Preis gestiegen sind. Allerdings ist das anfängliche Investment trügerisch, wenn die komplette Lebenszeit der Konsole betrachtet wird. Zudem ist Valves Hardware für uns auch aus anderen Gründen das bessere Produkt.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie Valve die mehr als 400 Euro Aufpreis im Vergleich zu etablierten Spielekonsole rechtfertigt. Das wohl größte Argument für uns ist, dass die Steam Machine nicht nur eine Spielekonsole, sondern auch ein vollwertiger Computer auf Linux-Basis ist.

Pluspunkt: Vollwertiger Computer für Arbeiten

Das bedeutet: Wir können unsere Steam Machine nicht nur für Games, sondern auch für diverse Arbeitslasten verwenden. Richten wir das System etwa als Zweitsystem fürs Homeoffice ein, bekommen wir genug Leistung für die allermeisten Aufgaben wie Rendering, Coding, Büroarbeiten, E-Mails oder Bildbearbeitung. Mit insgesamt drei USB-A-Buchsen und zwei Bildschirm-Anschlüssen (HDMI, Displayport) können wir zudem genug Peripherie und zwei Bildschirme damit betreiben.

Steam Machine - Eckdaten
CPUCustom AMD-APU (Zen 4, 6C/12T@max. 4,8 GHz, 30 Watt)
GPUAMD RDNA 3 (28CUs, 110 Watt, 8 GByte GDDR6-VRAM)
RAM16 GByte DDR5-SODIMM (gesteckt, 1x Single-Channel)
Massenspeicher2 TByte-NVMe-SSD (gesteckt)
Ports4x USB-A (2x 2.0, 2x 3.2 Gen1), 1x USB-C (3.2 Gen2), 1x Micro-SD-Kartenleser, 1x HDMI 2.1, 1x Displayport 1.4, 1x Gigabit-Ethernet (RJ45)
Maße162,4 x 156 x 152 mm
Energiebedarf170 Watt (Last), 11,7 Watt (Idle), 0,85 Watt (Sleep/Stand-By)
Preisab 1.040 Euro, 1.430 Euro (Testmuster)

Übrigens: Der Desktop-Modus von SteamOS, der über die Power-Schaltfläche aufgerufen werden kann, basiert auf der bewährten Desktopoberfläche KDE Plasma. Diese erinnert mit einer Art Startmenü und bekannten Fensterkontrollkästchen an Windows 10, was sicher auch so gewollt ist.

Generell können wir Steam-Spiele und andere Apps auch ausschließlich über den Desktop-Modus nutzen. Der neue und überarbeitete Steam Controller bietet dafür sogar ein vorgefertigtes Button-Layout. Hier kommen die beiden Trackpads zum Tragen, die mit etwas Übung ein passabler Maus-Ersatz sind. Eine richtige Maus werden sie zwar nie ablösen können, doch steuert sich das Desktopumfeld damit wesentlich besser als mit Analog-Sticks.

Die Trackpads eröffnen auch eine Spielekategorie, die auf dem PC noch recht beliebt ist und auf Spielekonsolen mangels Maus- und Tastaturfokus eher selten sind: Runden- und (im eingeschränkten Maße) Echtzeitstrategiespiele. Mit Trackpads ist es wesentlich einfacher, auf der Karte in Civilization 6 zu navigieren oder Einheiten in einer Runde Total War: Warhammer 3 zu steuern.

Zugleich können Linux-Laien den integrierten App-Store KDE Discover für diverse Linux-Erweiterungen nutzen. Hier finden sich Open-Source-Projekte wie Gimp, Blender oder diverse IDEs für Developer als Installationspakete wieder.

Ein offensichtlicher Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist, dass wir hier einfach jeden Browser verwenden können, den wir auch bei unserem PC gewohnt sind. Die Playstation 5 hat überhaupt keinen offiziellen Zugang zu Browsern, außer wir öffnen Links mit der Konsole. Die Xbox Series X unterstützt nativ nur Microsoft Edge.

Über den Browser haben wir wiederum Zugang zu nahezu allen Unterhaltungs- und Informationsmedien sowie Plattformen. Youtube, Netflix, Prime Video, Disney+, Cloud Gaming oder eine Newsseite unserer Wahl lassen sich hier bequem von der Couch aus und ohne Zusatzapps konsumieren.

Als vollständiger PC lässt sich die Steam Machine auch als perfekter kleiner Home-Theater-PC verwenden. Wir können uns zudem aussuchen, welchen der vielen Spielecontroller auf dem Markt wir am liebsten nutzen möchten.


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