Steam: Indiegames-Entwickler verlieren durch Summer Sale Umsatz
Ein Wettrennen zwischen einem Kaninchen, einem Schwein, einer Schildkröte und einem Corgi ist das Thema des diesjährigen Summer Sale und des dazugehörigen Gewinnspiels auf Steam. In diesem Jahr hat Valve damit allerdings für Verärgerung bei Nutzern gesorgt und viele Anbieter von Indiegames vermutlich sogar Umsatz gekostet.
Die Spielentwickler sind sauer, weil viele Nutzer ausgerechnet ihre preisgünstigen Games von den Wunschlisten getilgt haben. Grund: Die Sieger des Wettrennens bekommen ein Spiel von just dieser Wunschliste geschenkt – und da möchte man natürlich lieber den teuren Blockbuster als ein Indiegame für ein paar Euro einsacken. Valve hat jetzt in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) klargestellt, dass Gewinner das Spiel erhalten, das ganz oben auf der Wunschliste stehe.
Das Problem klingt banal, stellt aber Anbieter von Indiegames tatsächlich vor Schwierigkeiten. Der Chef des unabhängigen Studios No More Robots, Mike Rose, sagte im Gespräch mit Ars Technica(öffnet im neuen Fenster), dass er innerhalb von 24 Stunden über 1.500 Einträge in Wunschlisten verloren habe – normal seien 20 an einem Tag. Wenn die Games nicht mehr in den Wunschlisten stehen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer sie irgendwann kauft.

Es gibt noch eine Reihe weitere Entwickler, die von ähnlich dramatischen Austrägen aus den Wunschlisten berichten. Für die Spielehersteller ist das bitter, weil die Umsätze mit Indiegames in den vergangenen Monaten sowieso massiv zurückgegangen sind. Unter der Hand haben Anbieter in Gesprächen mit Golem.de von Umsatzverlusten im hohen zweistelligen Prozentbereich berichtet. Vermutlicher Grund: Die Spieler sind mit Titeln wie Fortnite oder The Division 2 ausgelastet.
Neben der Klarstellung in Bezug auf die Wunschlisten schreibt Valve in seinem Blog auch, dass es mit dem Wettrennen einige weitere Probleme gegeben habe, was für Ärger bei den Spielern gesorgt habe. So seien Kunden, die sich für Team Corgi entschieden hätten, klar im Vorteil gewesen. Dafür entschuldige man sich, die Fehler seien korrigiert worden.


