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Steam Controller ausprobiert: Konkurrenz für WASD und Maus

GDC 2015
Im November 2015 startet Valve die Steam-Machine- und Steam-Controller-Offensive. Golem.de konnte das so gut wie fertige Gamepad ausprobieren - und hat gleich getroffen.
/ Peter Steinlechner
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Steam Controller (Foto: Peter Steinlechner) (Bild: Golem.de)
Steam Controller (Foto: Peter Steinlechner) Bild: Golem.de

Keine fünf Sekunden, nachdem wir die fertige Version des Steam Controllers in der Hand halten, haben wir in Counter-Strike Global Offensive den ersten Abschuss geschafft. Das ist nicht selbstverständlich. Zum einen sind wir doch etwas nervös - schließlich spielen wir auf der GDC 2015 vor Mitarbeitern des Studios, von dem Counter-Strike stammt. Wer will sich schon vor diesem Publikum blamieren?

Zum anderen sehen die Bedienelemente des Steam Controllers ungewohnt aus. Wir sind trotzdem, und das hat uns selbst überrascht, sofort damit klargekommen. Intuitiv bestimmen wir in der großen, runden Kuhle rechts, die letztlich ein Touchpad ist, die Blickrichtung, was schnell geht und Spaß macht - es ist ein bisschen wie das lockere Wischen über das Display eines Smartphones.

Valve Steam Controller ausprobiert (GDC 2015)
Valve Steam Controller ausprobiert (GDC 2015) (00:55)

Von einem klassischen Analogstick etwa an den Gamepads der Xbox One oder der Playstation 4 unterscheidet sich die Valve-Lösung dadurch, dass sie präziser funktioniert und nicht zurückfedert. Wir können also einen Punkt auf dem Bildschirm länger ohne Probleme anvisieren. Zum Laufen verwenden wir mit dem linken Daumen einen Analogstick. Das ebenfalls als Touch-Element ausgeführte Steuerkreuz hat bei den ausprobierten Games keine Rolle gespielt, grundsätzlich fühlt es sich aber gut an.

Wir fragen die Entwickler vor Ort, was aus ihrer Sicht der wichtigste Unterschied des rechten Bedienfelds zum üblicherweise dort angebrachten rechten Analogstick sei. Eine klare Antwort bekommen wir nicht. Die Algorithmen bei den Konkurrenzgeräten seien anders, nämlich dynamischer, aber das könne man nun nicht genau erklären.

Ebenfalls keine eindeutige Antwort bekommen wir auf die Frage, ob das Modell in unserer Hand genau der Verkaufsversion entspreche. Hintergrund: Der Controller liegt gut in der Hand, das Touchpad funktioniert klasse - aber der Kunststoff fühlt sich ein bisschen billig an, längst nicht so wertig wie bei der Konkurrenz von Sony und Microsoft. Laut den Entwicklern können sich solche Details noch ändern, aber das steht derzeit noch nicht fest.

Ebenfalls nicht ganz klar ist, ob nur Valve - das seinen Controller mittlerweile auf Steam anbietet - Gamepads mit der Touch-Technologie verkauft, oder ob es ähnlich wie bei den Steam Machines mehrere Anbieter geben wird.

Wer liegt im Multiplayermodus vorne?

Eine weitere Frage von uns lassen die Entwickler auch unbeantwortet: Wer hat nach ihren Erfahrungen bei Multiplayerpartien mit Maus- und Tastaturspielern und Controller-Kontrahenten die Nase vorne? Das ließe sich so noch nicht beantworten, weil die WASD-Fraktion ein paar Jahre mehr Erfahrung habe, lautet die Antwort.

Unser Eindruck ist, dass wir mit dem Gamepad von Valve vom ersten Augenblick an besser in Egoshootern kämpfen können als mit den Eingabegeräten der Xbox One und der Playstation 4. Aber dass wir an die Geschwindigkeit der bewährten Steuerungsmethode vom PC kommen, können wir uns derzeit nicht vorstellen. Fairerweise muss man sagen, dass Valve selbst den Controller eher als bequeme WASD- und Maus-Alternative für das Sofa positioniert, nicht als neue Geheimwaffe für E-Sport-Profis.

Das dürfte das Gerät selbst dann nicht werden, wenn mehr Spiele eine Funktion unterstützten, die bei der Präsentation im Action- und Puzzlespiel The Talos Principle Verwendung findet: Mit einem besonders schnellen Wischer mit unserem rechten Daumen können wir uns in Blitzgeschwindigkeit sofort umdrehen, was hervorragend funktioniert und uns noch einmal deutlich flexibler als in Counter-Strike oder dem ebenfalls anspielbaren neuen Unreal Tournament macht.

Abgesehen von der bewegungsempfindlichen Steuerungsfläche entspricht der Steam Controller mehr oder weniger den Genrestandards. Die vier bunten Knöpfe sind etwas weiter unten angebracht als bei anderen Gamepads, aber daran dürften sich auch eingefleischte Konsolenspieler rasch gewöhnen.

Die restlichen Trigger, Schultertasten und der linke Analogstick sind sinnvoll platziert und bieten alle einen guten Druckpunkt und Widerstand. Übrigens lässt sich auch die Touch-Fläche eindrücken, was aber bei den präsentierten Titeln keine Rolle gespielt hat.

Der Steam Controller hat keinen Akku eingebaut, sondern benötigt zwei AA-Batterien, mit denen er nach Angaben von Valve rund 80 Stunden funktionieren soll. Das Eingabegerät soll ab November 2015 für rund 50 US-Dollar erhältlich sein, und zwar über Steam(öffnet im neuen Fenster) und möglicherweise auch über den stationären Handel.

Dann wird es auch offiziell die Steam Machine geben beziehungsweise viele Steam Machines - schließlich kann jeder Hardwarehersteller seine eigene Version verkaufen. Bei der Präsentation am GDC-Stand von Valve sind wir auf einem Gerät von Alienware angetreten. Mittlerweile sind bei Steam alle bislang offiziell angekündigten Geräte(öffnet im neuen Fenster) aufgelistet. Ebenso gibt es dort Anlaufseiten für Steam Link(öffnet im neuen Fenster) und das gemeinsam mit HTC hergestellte Steam VR(öffnet im neuen Fenster) .


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