Stolpersteine und Erfolgsfaktoren

Möglicherweise hat man bei Audi festgestellt, dass das vor einigen Jahren entwickelte zentrale Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS) mit dem Selbstfahrmodus doch noch überfordert ist. Die Rechner- und Sensortechnik hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt. "Bei der Entwicklungsarbeit zum hochautomatisierten Fahren haben wir wertvolles Wissen aufgebaut, im Speziellen über die entscheidenden technischen Stolpersteine ('unknown unknowns') sowie die essenziellen Erfolgsfaktoren", sagt Hartmann.

Stellenmarkt
  1. Cloud / DevOps Engineer (m/w/d)
    Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe
  2. Softwareentwickler (m/w/d) Full Stack
    Captana GmbH, Ettenheim
Detailsuche

Auf den ersten Blick ist der zulässige Funktionsumfang des Staupiloten noch gering. So ist nicht einmal ein Spurwechsel vorgesehen. Doch es ist offenbar nicht so trivial, ein anderes Fahrzeug in die eigene Spur sicher und zuverlässig einscheren zu lassen. Das passiert in Stausituationen häufig spontan und ohne große Abstände. Zudem müssen die Autos auch eine Durchfahrt durch Baustellen sicher beherrschen. Das stellt jedoch hohe Anforderungen an die Sensorik, um die Fahrbahnmarkierung, Leitbaken und Verkehrszeichen in Baustellen zu erkennen. Die Beschilderungen können außerdem von Land zu Land variieren.

Die bei Audi gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die neue Car-Software-Organisation im VW-Konzern einfließen. Doch auch bei Volkswagen hält man sich mit Ankündigungen zum automatisierten Fahren derzeit zurück. Ein Sprecher sagte auf Anfrage von Golem.de: "Termine zum Serieneinsatz von Systemen nach Level 3 und darüber können wir Ihnen heute noch nicht nennen." In Hamburg testet VW schon seit einiger Zeit autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr.

Zwar hat Audi laut Hartmann die Pläne für hochautomatisiertes Fahren nach Level 3 noch nicht aufgegeben. Doch ein konkretes Modell, das diese Funktionen im kommenden Jahr statt des A8 nutzen könnte, will Audi nicht nennen. Bei den neueren Modellen fällt auf, dass zumindest der Q7 einen Laserscanner im Kühlergrill integriert hat. Das könnte eine Voraussetzung sein, um einen Staupiloten nutzen zu können. Auch der vollelektrische E-Tron verfügt je nach Ausstattung über einen solchen Lidar.

Macht die Konkurrenz das Rennen?

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2021, Virtuell
  2. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management: virtueller Drei-Tage-Workshop
    6.–8. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Nach Angaben von Automotive News Europe könnten nicht nur technische, sondern auch rechtliche Aspekte hinter dem Audi-Verzicht stecken. Demnach hätten Firmenanwälte vor dem Einsatz solcher Systeme gewarnt, da nicht sichergestellt werden könne, dass die Kunden das Fahrzeug richtig bedienten. Denn im Falle eines Unfalls im pilotierten Modus könnte Audi haftbar gemacht werden.

Dem Bericht zufolge könnte Audi beim automatisierten Fahren nun von der Konkurrenz abgehängt werden. Möglicherweise werde Mercedes mit der neuen S-Klasse oder BMW mit dem iNext eher einen Staupiloten anbieten. Doch auf Nachfrage von Golem.de halten sich die beiden Firmen mit Ankündigungen zurück. Offenbar will man es wie im Falle Audis vermeiden, später wieder einen Rückzieher machen zu müssen. BMW und Daimler dürften daher kaum eine Funktion ankündigen, die noch nicht 100-prozentig serienreif ist.

Daimler und BMW nennen keinen Zeitplan

Daimler-Sprecher Bernhard Wardin bestätigte zumindest, dass es einen internen Zeitplan für die Serieneinführung von Level-3-Funktionen gebe. Diesen wolle das Unternehmen "im Detail aber noch nicht öffentlich machen". Zu dem UN-Beschluss sagte Wardin: "Wir begrüßen die Regelung. Sie gibt einen Rahmen mit mehr Rechtssicherheit für hochautomatisierte Fahrfunktionen und ermöglicht so einen regulären Typgenehmigungsprozess."

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich BMW. Firmensprecher Bernhard Ederer bezeichnete die neue UN-ECE-Regelung "als wichtigen Meilenstein in der Gesetzgebung zum automatisierten Fahren". Der für das kommende Jahr geplante iNext werde "das erste Fahrzeug der BMW Group, das automatisierte Fahr- und Parkfunktionen aus einem neuen Technologiebaukasten bieten wird". Auf die Nachfrage, ob auch ein Staupilot zu diesen Funktionen gehören werde, ergänzte Ederer: "So konkret wollen wir uns da im Moment noch nicht in die Karten schauen lassen."

Und was ist mit Tesla?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Staupilot: Wie deutsche Hersteller beim autonomen Fahren rumeiernScheuer verzögert Umsetzungspaket für Level 4 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Lachser 31. Jul 2020

Muss dich enttäuschen, Shadowing ist Marketing. Aber es scheint zu funktionieren und es...

Jakelandiar 20. Jul 2020

Das versteh ich nicht warum das so sein sollte. Wenn mich mein Auto zur Arbeit fährt...

x-beliebig 16. Jul 2020

Da wirfst du verschiedene Dinge durcheinander. Die Probleme, die in der Luftfahrt auf...

GAK 14. Jul 2020

Nein, sowas auch. Ist Dir aufgefallen dass sich meine Nachfrage auf die Aussage von...

Fernando-05 14. Jul 2020

Man müsste heute schon einen weltweiten Standard setzen. Alle Autos müssten miteinander...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Chorus im Test
Action im All plus galaktische Grafik

Schicke Grafik und ein sprechendes Raumschiff: Chorus von Deep Silver entpuppt sich beim Test als düsteres und spannendes Weltraumspiel.
Von Peter Steinlechner

Chorus im Test: Action im All plus galaktische Grafik
Artikel
  1. Bald exklusiv bei Disney+: Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video
    Bald exklusiv bei Disney+
    Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video

    Acht Serienklassiker gibt es bald nur noch exklusiv bei Disney+ im Abo. Dazu gehören Futurama, Family Guy und 24.
    Von Ingo Pakalski

  2. Mobilfunkexperte: Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job
    Mobilfunkexperte
    Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job

    Der frühere afghanische Kommunikationsminister Syed Sadaat arbeitet nicht mehr bei Lieferando in Leipzig. Nun wird er Partner bei einem Maskenhersteller.

  3. Edge-Browser: Microsoft will Installation von Chrome verhindern
    Edge-Browser
    Microsoft will Installation von Chrome verhindern

    Microsoft intensiviert sein Vorgehen gegen andere Browser: Vor der Installation von Chrome wird Edge übertrieben gelobt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: Toshiba Canvio 6TB 88€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Netgear günstiger (u. a. 5-Port-Switch 16,89€) • Norton 360 Deluxe 2022 18,99€ • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G3 27" FHD 144Hz 219€) • Spiele günstiger (u. a. Hades PS5 15,99€) [Werbung]
    •  /