Staubsaugerroboter: Roomba-Hersteller iRobot ist pleite

Der Hersteller des Roomba-Staubsaugers hat am Sonntagabend Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet(öffnet im neuen Fenster) . Gleichzeitig gab iRobot bekannt, dass der chinesische Produzent Picea Robotics die angeschlagene Firma übernehmen wird.
iRobot brachte 2002 den ersten Roomba auf den Markt und erzielte 2024 noch einen Umsatz von rund 682 Millionen Dollar. Doch der Druck durch günstigere Konkurrenz aus China wuchs stetig. Hersteller wie Ecovacs Robotics und Roborock eroberten kontinuierlich Marktanteile.
Gescheiterte Amazon-Übernahme als Wendepunkt
iRobot hatte im März 2025 Investoren vor der mangelnden Überlebensfähigkeit des Unternehmens gewarnt. Das Unternehmen hat derzeit Schulden von etwa 190 Millionen Dollar aus einem Kredit aus dem Jahr 2023, der während einer langwierigen Prüfung in Europa angesichts der geplanten Übernahme durch Amazon aufgenommen wurde.
Die gescheiterte 1,4-Milliarden-Dollar-Übernahme durch Amazon hätte eine Rettung bedeuten können. Seither kämpfte iRobot damit, im Wettbewerb zu bestehen und gleichzeitig seine Schulden zu begleichen.
Neue US-Zölle verschärften die finanzielle Lage zusätzlich. Ein Importzoll von 46 Prozent auf Waren aus Vietnam, wo iRobot für den amerikanischen Markt produziert, verursachte allein 2025 zusätzliche Kosten von 23 Millionen US-Dollar, wie Reuters berichtet.(öffnet im neuen Fenster)
Vom MIT-Projekt zum Insolvenzfall
Drei MIT-Robotiker hatten iRobot 1990 zunächst für Verteidigungs- und Raumfahrtanwendungen gegründet. Mit dem Roomba gelang 2002 der Durchbruch im Konsumentengeschäft. Der Roboter-Staubsauger wurde zum Erfolg und machte das Unternehmen zum bekannten Namen im Bereich automatisierter Haushaltsgeräte.
Trotz wachsender Konkurrenz hält iRobot eine starke Marktposition. Laut Insolvenzunterlagen besitzt das Unternehmen etwa 42 Prozent des US-Marktanteils und 65 Prozent des japanischen Marktes für Saugroboter.
Picea übernimmt komplette Kontrolle
Nach dem Insolvenzplan übernimmt Picea Robotics iRobot. Der chinesische Hersteller war bereits wichtigster Produktionspartner von iRobot.
Der Betrieb soll ohne Unterbrechungen weiterlaufen. App-Funktionen, Kundenservice, weltweite Partnerschaften und Lieferketten bleiben intakt. Das Unternehmen mit Sitz in Bedford, Massachusetts, beschäftigt laut Gerichtsdokumenten 274 Mitarbeiter.
Gary Cohen, Vorstandsvorsitzender von iRobot, bezeichnete den Schritt als notwendig für die langfristige Überlebensfähigkeit. Die Transaktion soll die finanzielle Position stärken und gleichzeitig Kontinuität für Kunden und Partner wahren.
Andere Gläubiger und Lieferanten werden im Rahmen der Insolvenzvereinbarung vollständig bezahlt. Die Bewertung des Unternehmens ist dramatisch gefallen – von 3,56 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021, befeuert durch Pandemie-Nachfrage, auf aktuell rund 140 Millionen US-Dollar.