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Staubsauger: Neato-Nutzer wollen Vorwerk zu Open Source überreden

Vorwerk hat die Cloud für seine Neato- Saugroboter drei Jahre früher als angekündigt abgeschaltet. Eine Petition fordert nun Open Source .
/ Andreas Donath
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Neato-Staubsaugerroboter (Bild: Vorwerk)
Neato-Staubsaugerroboter Bild: Vorwerk

Nachdem Vorwerk im Oktober 2025 die Cloud-Plattform seiner Tochterfirma Neato vorzeitig abgeschaltet hat, haben Nutzer eine Petition gestartet. Mit der Abschaltung hatten tausende Besitzer der smarten Saugroboter den Zugang zu zentralen Funktionen verloren: Es gibt keine App-Steuerung, keine Reinigungspläne, keine Kartierung mehr. Die Geräte fahren nur noch im manuellen Betrieb.

Petition mit 4.700 Unterschriften

Die Petition von Alexander Schöcke(öffnet im neuen Fenster) stellt Vorwerk vor drei Optionen: die Abschaltung rückgängig machen, den Quellcode als Open Source freigeben oder zumindest eine Integration in Plattformen wie Home Assistant ermöglichen. Bisher unterzeichneten rund 4.700 Personen. Die Frist läuft am 11. März um 23:59 Uhr ab.

Neben dem Funktionsverlust kritisieren Unterzeichner die Umweltbilanz: Funktionsfähige Hardware werde aus wirtschaftlichen Gründen faktisch zu Elektroschrott.

Datenschutz als Argument

Vorwerk begründete die Abschaltung laut einem Bericht von Heise.de(öffnet im neuen Fenster) mit gestiegenen Anforderungen an Datenschutz, Cybersicherheit und Compliance. Die veraltete Architektur der Neato-Software genüge diesen Anforderungen nicht mehr. Eine Open-Source-Freigabe habe das Unternehmen geprüft, aber vorerst verworfen – wegen lizenzrechtlicher Fragen bei Drittkomponenten und Überschneidungen mit anderen Vorwerk-Produkten.

Für die Zukunft schließe man ein Open-Source-Engagement aber nicht aus. Ursprünglich hatte Vorwerk nach der Aufgabe der Marke Neato 2023 versprochen, die Cloud noch fünf Jahre zu betreiben.

Mehr als ein Einzelfall

Der Fall Neato steht exemplarisch für eine größere Problematik: Cloudgebundene Geräte verlieren ihren Nutzen, wenn die Cloud abgeschaltet wird. Ähnliche Abschaltungen, von Spielkonsolenservern bis zu Smart-Home-Systemen, führen regelmäßig zu Diskussionen. In der EU wird derzeit über schärfere Anforderungen an die Langzeitunterstützung vernetzter Produkte beraten, passiert ist jedoch noch nichts.


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