Statt Whatsapp: Frankreich wandert in die Matrix

Die Behörden und Ministerien der französischen Regierung beginnen damit, ihre eigene Whatsapp-Alternative auf Basis der freien Chat-Software Matrix auszurollen. Die Entwickler aus Community und Verwaltung mussten dafür viel Arbeit leisten, wie ein Vortrag auf der Fosdem darstellt.

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Die Behörden in Frankreich sollen künftig über Matrix kommunizieren.
Die Behörden in Frankreich sollen künftig über Matrix kommunizieren. (Bild: Magnus D, flickr.com/CC-BY 2.0)

Seit vergangenem Frühjahr entsteht im Auftrag der französischen Regierung ein Messengerdienst für die Behörden und Verwaltung, der als Ersatz für proprietäre Dienste wie Whatsapp dienen soll. Grundlage dafür ist die freie Software Matrix (Test). Matthew Hodgson, einer der Hauptentwickler von Matrix, erklärte auf der diesjährigen Fosdem, was das für den Staat ebenso wie für die Community-Entwickler bedeutet. Sichtlich erfreut zeigte Hodgson sich vor allem über die Nachricht, dass vor wenigen Wochen damit begonnen worden ist, das System auszurollen und die Nutzer damit langsam zu migrieren. Und potenzielle Nutzer gibt es viele.

Inhalt:
  1. Statt Whatsapp: Frankreich wandert in die Matrix
  2. Matrix-Verbesserungen dank Frankreich

Laut Hodgson ist geplant, das Matrix-System auf sämtlichen der mehr als 30 Ministerien und Behörden auf nationaler Ebene einzusetzen. Wohl vor allem wegen der starken Zentralisierung in Frankreich bedeutet das, dass es mit den Beamten und Staatsbediensteten künftig rund 5,5 Millionen potenzielle Nutzer des Chat-System geben könnte, so Hodgson. Das entspricht immerhin gut 10 Prozent der Bevölkerung in Frankreich und ungefähr 20 Prozent aller Beschäftigten.

Matrix als einzige Möglichkeit für Frankreich

Dass sich der Staat bei diesen massiven Nutzerzahlen für freie Software entscheidet und auch für das eigene Hosting, hat wohl mehrere Gründe. Dazu dürfte zählen, dass die öffentliche Verwaltung in Frankreich bereits sehr gute und langjährige Erfahrung mit solchen Systemen hat. So setzt etwa die Polizei auf Linux-Betriebssysteme.

Laut Hodgson hat sich die Matrix-Community nicht explizit um diesen öffentlichen Einsatz bemüht. Das für die Digitalisierung zuständige Ministerium ist vielmehr bei der Suche nach einer Whatsapp-Alternative direkt auf die Matrix-Community zugegangen, weil der Dienst einige wichtige Funktionen hat, die andere Software nicht bietet.

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So muss das Kommunikationsnetz komplett dezentral aufgebaut werden können, so dass jedes Ministerium oder jede Behörde ihre eigene Instanz betreiben kann. Diese Instanzen müssen dann aber nicht nur interoperabel sein, sondern auch eine föderierte Nutzung bieten, also etwa Chaträume und Nachrichten untereinander synchronisieren. Letztlich muss der Dienst auch vollständig als freie Software zur Verfügung stehen.

Mit Alternativen wie etwa IRC oder XMPP oder moderneren Kommunikationslösungen wie etwa Mattermost, könnten diese Anforderungen Hodgson zufolge schlicht nicht umgesetzt werden. Hinzu kommen weitere technische Anforderungen wie etwa eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation, die Verwaltung unterschiedlicher Sicherheitszonen und -Ebenen zur Verbindung der Nutzer sowie mittelfristig die Möglichkeit zur Herstellung öffentlicher Kanäle und sogenannter Bridges, um auch Bürgern die Kommunikation darüber mit Behörden zu ermöglichen. All die Bedürfnisse der Behörden führen letztlich zu einer Verbesserung von Matrix selbst, wie Hodgson in seinem Vortrag aufzählte.

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Matrix-Verbesserungen dank Frankreich 
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Bigfoo29 06. Feb 2019

Ich wusste gar nicht, dass das Ribbon-Konzept außerhalb Redmonds Ökosystem irgendwo...

Feiknus 06. Feb 2019

Die angegebenen Gründe für Matrix und gegen XMPP sind Blödsinn. Alle genannten Punkte...

Neuro-Chef 05. Feb 2019

Offenbar mangelnde Vorstellungskraft.

Kommentator2019 05. Feb 2019

Das ist leider Unfug, insbesondere da die SW bereits distributed arbeitet. Obendrüber...

ufo70 05. Feb 2019

Komisch, wo anders funktioniert das. Bei uns war Linux in München Geschichte, als dort MS...



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