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Statt Testfahrern: Kalifornien verlangt Fernsteuerung autonomer Autos

In Kalifornien müssen selbstfahrende Autos künftig keine Pedale und Lenkräder mehr haben. Sogar die Steuerungstechnik muss sich nicht unbedingt im Auto befinden.

Artikel veröffentlicht am ,
Waymos selbstfahrendes Auto vom Typ Chrysler Pacifica
Waymos selbstfahrendes Auto vom Typ Chrysler Pacifica (Bild: Natalie Behring/Reuters)

Der Begriff Fernfahrer könnte künftig eine neue Bedeutung erlangen: Die Verkehrsbehörde des US-Bundesstaates Kalifornien (DMV) beschloss am Montag eine Regelung, die die Überwachung und Bedienung von selbstfahrenden Autos über das Mobilfunknetz ermöglicht. Demnach können von April 2018 an auch Fahrzeuge ohne die bislang üblichen Bedienungsinstrumente wie Pedale und Lenkrad zugelassen werden. Erforderlich ist dann nur ein Aufpasser aus der Ferne (Remote Operator): Dieser soll kontinuierlich die Funktionalität des Autos überwachen und in der Lage sein, mit den Passagieren zu kommunizieren, die Steuerung zu übernehmen und das Auto notfalls in einen sicheren Zustand zu überführen.

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Der Entwurf sieht nicht nur Lizenzen für Testfahrten vor, sondern auch für einen späteren Regelbetrieb. Ungewöhnlich ist die Definition für den "autonomen Modus". Demnach kann sich die Steuerungstechnik sowohl an Bord als auch außerhalb befinden. Welche Elemente von Hard- und Software dabei in die Cloud ausgelagert werden dürfen, wird nicht spezifiziert. Ebenfalls macht die Regelung keine Vorgaben für die Mobilfunkverbindung, um die bidirektionale Kommunikation zwischen Auto und Kontrollzentrum zu gewährleisten.

Funkverbindung permanent überwachen

Die Unternehmen müssen lediglich nachweisen, dass eine solche Kommunikationsverbindung zwischen Auto und Fernüberwachern besteht. Zudem müssen die Hersteller ständig den Status des Testautos und der Funkverbindung überwachen. Die deutsche Autoindustrie setzt sich in dem Konsortium 5GAA für den neuen Mobilfunkstandard 5G ein, der über geringe Latenzzeiten und eine sehr schnelle Datenübertragung verfügen soll. Selbst Teleanwendungen, um die Fahrzeuge aus der Ferne zu steuern, seien damit denkbar.

Die neue Regelung betrifft nicht nur selbstfahrende Autos ohne Fahrer (Stufe 5), sondern auch hoch- und vollautomatisierte Autos (Stufe 3 und 4). Zu Stufe 3 zählt beispielsweise der Staupilot, den der Autohersteller Audi bei seinem neuen Modell A 8 bereits anbieten möchte. Die Autohersteller müssen beim Zulassungsantrag angeben, unter welchen Wetterbedingungen die Funktionen genutzt werden können und wie das Fahrzeug reagiert, wenn der Fahrer wieder die Kontrolle übernehmen soll. Zudem schreibt die DMV den Einbau einer Blackbox vor, die alle vom Computer kontrollierten Funktionen in den letzten 30 Sekunden vor einem Unfall aufzeichnet.

Schutz gegen Cyberattacken

Die Hersteller sollen dabei nicht nur die US-weiten Vorgaben zur Fahrzeugsicherheit einhalten. Die Behörde verlangt darüber hinaus ein Zertifikat, "dass die autonomen Fahrzeuge die geltenden und anwendbaren aktuellen Industriestandards erfüllen, um sich gegen Cyberangriffe, unbefugte Eingriffe oder falsche Fahrzeugkontrollbefehle zu verteidigen, sie zu erkennen und darauf reagieren zu können".

Ebenfalls erforderlich: ein Polizei-Interaktionsplan, damit die Ermittlungsbehörden wissen, wie sie bei einem Unfall oder einer Verkehrsbehinderung mit dem selbstfahrenden Auto umgehen müssen. Dazu zählt beispielsweise eine Anleitung, wie sie mit dem Kontrollzentrum in Kontakt treten können und das Auto sicher von der Straße bugsieren können. Zudem sollen die Beamten in der Lage sein, den autonomen Modus erkennen und notfalls deaktivieren zu können. Die Hersteller sollen auch eine sichere Interaktion mit vollelektrischen oder hybriden Fahrzeugen ermöglichen.

Nur noch wenig Tests in Kalifornien

Von einer solchen Erlaubnis würden derzeit vor allem die Google-Schwesterfirma Waymo und die GM-Tochterfirma Cruise Automation profitieren. Waymo testet seine lenkradlosen Autos bereits seit November 2017 ohne Testfahrer in der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Dort wurde dem Unternehmen vor kurzem eine Lizenz für den Betrieb selbstfahrender Taxis erteilt. Cruise Automation kündigte entsprechende Versuche für 2019 an.

Das kalifornische Silicon Valley gilt bislang als Hochburg des autonomen Fahrens, doch sind die Aktivitäten der meisten Fahrzeughersteller mit Ausnahme von Google und Cruise Automation dort derzeit nicht besonders groß. Zwar veröffentlichte die DMV Berichte von 20 Unternehmen, die 2017 über eine Testlizenz in Kalifornien verfügten. Jedoch legten die Testautos von Mercedes demnach im vergangenen Jahr nur rund 1.000 Meilen im autonomen Modus zurück; BMW, Ford, Tesla, Volkswagen, Nio und Wheego keinen einzigen Meter. Firmen wie Delphi, Bosch, Baido oder Nvidia kamen ebenfalls nur auf wenige tausend Meilen. Einem Bericht von IEEE Spektrum zufolge sind Waymo und Cruise für 95 Prozent der Testmeilen verantwortlich.

Ob die Firmen mit der Neuregelung ihre Testaktivitäten wieder verstärken, bleibt abzuwarten. Die US-Autoindustrie setzt schon seit längerem auf ihre traditionellen Standorte rund um die Autostadt Detroit.

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Schnarchnase 01. Mär 2018

-------------------------------------------------------------------------------- In der...

ChMu 27. Feb 2018

https://www.youtube.com/watch?v=Rx6keHpeYak

cpt.dirk 27. Feb 2018

Das hört sich in dem Artikel aber ganz anders an: Nämlich so, dass es keinerlei feste...

cpt.dirk 27. Feb 2018

Also läuft es darauf hinaus, dass ein "autonomes" Auto jetzt nichts mehr weiter zu sein...

jayjay 27. Feb 2018

... am besten immer ein gut gefülltes Bitcoin Wallet auf dem Handy mitführen ;)


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