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Statt Satelliten: Stratosphärenluftschiff bereit für kommerziellen Test

10.000 km legte das Fluggerät in großer Höhe zurück und hielt zuverlässig seine Position, um die gleichen Aufgaben wie Satelliten zu übernehmen.
/ Mario Petzold
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Das Luftschiff SE2 nutzt Strom aus den auf der Oberseite angebrachten Solarzellen. (Bild: Sceye Inc)
Das Luftschiff SE2 nutzt Strom aus den auf der Oberseite angebrachten Solarzellen. Bild: Sceye Inc

Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sceye(öffnet im neuen Fenster) hat den Test seines solarbetriebenen Stratosphärenluftschiffes abgeschlossen. Es bewegte sich innerhalb von zwölf Tagen von New Mexico, USA, bis vor die Küste Brasiliens über internationalen Gewässern.

Das Luftschiff mit einer Länge von über 80 m befand sich in einer Höhe von mehr als 16 km über dem Erdboden. Die durchschnittliche Flughöhe soll bei 18 bis 20 km liegen, deutlich oberhalb der kommerziellen Luftfahrt.

Entscheidend bei dem Test war das sichere Halten einer Position über dem Erdboden in einem Radius von weniger als 1 km. Das gelang beim Testflug an verschiedenen Stellen mit einer maximalen Dauer von 88 Stunden.

Komplett autarker Betrieb

Die Technik konnte damit unter Beweis stellen, dass das Zusammenspiel zwischen Solarzellen auf der Oberseite und einem leistungsstarken Batteriesystem funktioniert. Nötig ist dafür insbesondere eine hohe Energiedichte der Akkumulatoren, die laut Angaben von Sceye bei über 400 Wattstunden je Kilogramm liegen soll, dem Doppelten des Wertes, den aktuell Batterien in Elektroautos erreichen.

Gleichzeitig ist die Höhe von entscheidender Bedeutung. Wolken, die die Leistung der Solarzellen verringern könnten, finden sich jenseits von 18 km Höhe nicht mehr. So kann verlässlich nachgeladen werden, um sowohl den Antrieb als auch die Kommunikationstechnik durchgehend mit Strom versorgen zu können.

Gleiche Aufgaben wie Satelliten

Geplant ist, mit derartigen Luftschiffen sowohl eine Breitbandinternetverbindung herzustellen als auch Erdbeobachtungen durchzuführen. In einem ersten praxisnahen Test, der im Sommer durchgeführt werden soll, ist eine Backhaulverbindung zum Netzwerk der japanischen Investmentgruppe Softbank geplant.

Demonstriert werden soll, dass eine stabile, sichere Verbindung gelingen kann, wenn anderweitige Kommunikationsmöglichkeiten ausfallen. Softbank ist nicht zufällig ausgewählt worden, sondern gehört zu den größten Investoren von Sceye.

Die Idee, Fluggeräte in der Stratosphäre(öffnet im neuen Fenster) anstelle von Satelliten einzusetzen, gibt es schon länger. Anders als Projekte mit Stratosphärenballons(öffnet im neuen Fenster), die bereits von Google eingesetzt wurden, könnten Stratosphärenschiffe gezielt gesteuert werden und im Idealfall über Jahre aktiv sein. Im Vergleich zu Satelliten sind die Start- und Instandhaltungskosten zudem geringer.


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