Statt Homes passed: Regierung sollte angeschlossene FTTH-Haushalte anstreben
Anlässlich der heute veröffentlichten Daten der Bundesnetzagentur zur Breitbandverfügbarkeit hat VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer zu einem Umdenken aufgefordert: "Wir werden 2030 nur dann von einer flächendeckenden Versorgung sprechen können, wenn Kundinnen und Kunden tatsächlich auch flächendeckend an das Hochleistungsnetz angeschlossen sind. Dies muss daher das eigentliche Ziel der Bundesregierung sein."
Jeder dritte Haushalt in Deutschland war Ende 2023 mit Glasfaser FTTH/B versorgt (32,1 Prozent). Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) erklärte: "Das ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, bis 2030 alle Haushalte und Unternehmen mit hochleistungsfähigen Internetanschlüssen zu versorgen." Doch gemeint war mit "versorgt" lediglich Homes passed.
Ufer betonte, das der VATM vor wenigen Wochen die aktuellen Zahlen zum Gigabit-Markt veröffentlicht habe – mit einer Prognose bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2024. Laut 6. Gigabitstudie von VATM und Dialog Consult liegt die Gigabit-Versorgungsquote – HFC- und Glasfasernetze – Mitte 2024 sogar bei 78,6 Prozent. "Es sind mit 60 Prozent vor allem die HFC-Netze, die in Deutschland eine hohe Gigabit-Versorgungsquote garantieren", meinte Ufer. Vodafone ist ein führendes Mitglied im VATM.
Wieder wütende Angriffe auf die Telekom
Die Marktzahlen des VATM zeigten laut Ufer weiter, dass es vor allem die Wettbewerber sind, die den Glasfaserausbau vorantreiben. Aktuell beträgt die Glasfaserversorgungsquote (Homes Connected) 17,7 Prozent, davon stellten 70,4 Prozent die Wettbewerber. "Auch beim Anteil der aktivierten, sprich der genutzten Anschlüsse – Homes Activated-, gehen die Wettbewerber mit einer Take-up-Rate von 35 Prozent voran, während die Take-up-Rate der Telekom nur bei 13 Prozent liegt, trotz großer Marketingstärke."
Man sehe, dass die Telekom vornehmlich an den Häusern vorbei baue (Homes Passed) und deutlich weniger Kunden anschließe als Wettbewerber. Ziel dieses Handtuchwerfens sei es, Investition zu verdrängen und eine für die Telekom lukrativere Weiterversorgung mit Kupfer DSL zu ermöglichen, meinte Ufer. Die Telekom weist branchenüblich Haushalte dann als ausgebaut aus, wenn Homes Passed erreicht und Glasfaser ungefähr bis an die Grundstücksgrenze gelegt ist.
Es sei angesichts der "hohen Investitionssummen, der enormen Ausbaumengen, der intensiven Vermarktungsaktivitäten und der zuletzt deutlich gestiegenen Take-up-Rate völlig absurd, der Telekom die Ernsthaftigkeit des Glasfaserausbaus abzusprechen" , sagte eine Telekom-Sprecherin dagegen im Mai 2024 Golem.de zu den Vorwürfen.
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