Abo
  • Services:

Statt Gesten: Ford lässt fahrerlose Autos per Lichtzeichen kommunizieren

Wie sollen sich andere Verkehrsteilnehmer künftig mit selbstfahrenden Autos abstimmen? Anstelle von Gesten schlägt der US-Autohersteller Ford ein System von Lichtsignalen vor.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Lichtbalken in der Windschutzscheibe zeigen die Intentionen des Autos an.
Die Lichtbalken in der Windschutzscheibe zeigen die Intentionen des Autos an. (Bild: Ford)

Der US-Autohersteller Ford schlägt branchenweit einheitliche Lichtsignale vor, mit deren Hilfe fahrerlose Autos künftig mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren sollen. Dazu startete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Forschungsprojekt mit dem Virginia Tech Transportation Institute, um die Interaktion von Fußgängern oder Fahrradfahrern mit dem Auto an Kreuzungen oder Zebrastreifen zu testen. Das Besondere dabei: Die Testautos fuhren nicht autonom, sondern hatten einen Fahrer, der praktisch unsichtbar als Autositz verkleidet war.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum München
  2. thyssenkrupp AG, Essen

"Wir müssen die Herausforderungen meistern, wenn es keine menschlichen Fahrer mehr gibt", sagte Ford-Entwickler John Shutko. Für einen sicheren und wirkungsvollen Betrieb selbstfahrender Autos in der Öffentlichkeit sei es grundlegend, eine Möglichkeit zu entwickeln, wie ein Kopfnicken oder ein Handzeichen ersetzt werden könne.

Texte und Symbole ausgeschlossen

Überlegungen, dies mit Hilfe von angezeigtem Text oder von Symbolen umzusetzen, seien wieder verworfen worden. Denn Texte würden nicht von allen Menschen in allen Sprachen verstanden, während Symbole von den anderen Verkehrsteilnehmern schlecht erkannt würden.

Die Forscher entschieden sich daher für Leuchtsignale als die wirkungsvollste Weise, ein visuelles Kommunikationsprotokoll für fahrerlose Autos zu schaffen. Diese seien bei Blinkern oder Bremsleuchten schließlich schon vereinheitlicht und gut verständlich.

Kuriose Testfahrten

Ford stattete daher einen Transit Connect mit einer Leuchtanzeige in der Frontscheibe aus. Bewegen sich zwei weiße Lichtbalken hin und her, gewährt das Auto die Vorfahrt oder lässt einen Fußgänger am Zebrastreifen passieren. Weißes Dauerlicht in der Mitte zeigt den autonomen Modus an. Schnell blinkendes weißes Licht bedeutet, dass das Fahrzeug wieder anfahren möchte.

Die Testfahrten im vergangenen August hatten weltweit Aufmerksamkeit erregt, weil viele Passanten sich nicht erklären konnten, ob die Autos tatsächlich autonom unterwegs waren und warum sich die Fahrer als Autositz verkleidet hatten. Die Forscher absolvierten dabei fast 3.000 Testkilometer und sammelten 150 Stunden an Datenmaterial. Die externen Signale seien mehr als 1.650 Mal aktiviert worden, beispielsweise an Kreuzungen, Parkplätzen, Garagen und an Flughäfen.

Mercedes mit ähnlichem Konzept

Ford arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit verschiedenen Industrieorganisationen zusammen, um einen gemeinsamen Standard schaffen zu können. Dieser könne dabei helfen, selbstfahrende Fahrzeuge in das Verkehrssystem zu integrieren. Zudem arbeite Ford bereits an Verfahren, damit die Autos mit blinden oder sehbehinderten Menschen kommunizieren können.

Ob sich dieser Standard - wie von Ford vorgeschlagen - durchsetzen wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Allerdings hat auch Daimler für seine Konzeptstudie F 015 bereits eine ähnliche Lichtkommunikation entwickelt. Dabei werden mit Laserprojektoren Informationen auf die Straße geworfen, um mit anderen Fahrzeugen und Fußgängern zu kommunizieren. LEDs an der Außenseite informieren zum Beispiel über autonomen oder manuellen Betrieb des Autos sowie die Fußgängererkennung.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (alle Tages- und Blitzangebote im Überblick)
  2. (u. a. Barracuda 250 GB für 43,70€ und 1 TB für 147,70€ - Bestpreise!)
  3. für je 69,99€ (Bestpreise!)

xxsblack 15. Sep 2017

Zu dem Blinkverhalten muss ich mich als Fußgänger mal äußern. Ich habe das Gefühl, in den...

Aslo 14. Sep 2017

Warum sollte das Auto einen nicht-behinderten Menschen erkennen und verschonen während...


Folgen Sie uns
       


Google Pixel 3 und Pixel 3 XL - Hands on

Google hat die neuen Pixel-Smartphones vorgestellt. Das Pixel 3 und das Pixel 3 XL haben vor allem Verbesserungen bei den Kamerafunktionen erhalten. Anfang November kommen beide Geräte zu Preisen ab 850 Euro auf den Markt.

Google Pixel 3 und Pixel 3 XL - Hands on Video aufrufen
Wet Dreams Don't Dry im Test: Leisure Suit Larry im Land der Hipster
Wet Dreams Don't Dry im Test
Leisure Suit Larry im Land der Hipster

Der Möchtegernfrauenheld Larry Laffer kommt zurück aus der Gruft: In einem neuen Adventure namens Wet Dreams Don't Dry reist er direkt aus den 80ern ins Jahr 2018 - und landet in der Welt von Smartphone und Tinder.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Life is Strange 2 im Test Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
  2. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Coachingbuch: Metapher mit Mängeln
Coachingbuch
Metapher mit Mängeln

Der Persönlichkeitscoach Thomas Hohensee plädiert in seinem neuen Buch dafür, problematische Kindheitsmuster zu behandeln wie schadhafte Programme auf einem Rechner: mit Reset, Updates und Neustart. Ein origineller Ansatz - aber hält er dem Thema stand?
Von Cornelia Birr

  1. Elektronisch Arzneimittelrezept kommt auf Smartphone
  2. Relayr Rückstandsglaube als Startup-Vorteil
  3. Liberty Global Ericsson übernimmt Netzwerkbetrieb bei Unitymedia

Nach Skandal-Rede: Verschwörungstheoretiker Maaßen in den Ruhestand versetzt
Nach Skandal-Rede
"Verschwörungstheoretiker" Maaßen in den Ruhestand versetzt

Aus dem Wechsel ins Innenministerium wird nun doch nichts. Innenminister Seehofer kann an Verfassungsschutzchef Maaßen nach einer umstrittenen Rede nicht mehr festhalten.

  1. Geheimdienstkontrolle Maaßens Rede wurde von Whistleblower geleakt
  2. Koalitionsstreit beendet Maaßen wird Sonderberater Seehofers
  3. Nach Chemnitz-Äußerungen Seehofer holt sich Verfassungsschutzchef Maaßen

    •  /