Statt FTTH: Telekom will weiter Förderung für Vectoring

Die Deutsche Telekom will auch in Fördergebieten weiter Vectoring ausbauen, was die EU-Kommission vorerst untersagt hat. Die Nutzung des Kupfers sei "kosteneffizient und zukunftssicher".

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Magenta-Zugang (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom kritisiert die Entscheidung der EU-Kommission gegen die staatliche Förderung von Vectoring in Deutschland. "Vectoring bietet die Chance, auch den ländlichen Raum kosteneffizient und zukunftssicher mit hohen Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s zu versorgen und sollte daher schnell auch in Fördergebieten zum Einsatz kommen dürfen", sagte Telekom-Sprecher Philipp Blank Golem.de.

Am 15. Juni 2015 hatte die EU-Kommission erklärt, Vectoring würde einen "offenen Zugang zum Netz derzeit nicht gewährleisten" und könne "in staatlich geförderten Projekten vorerst nicht zum Einsatz kommen." Die EU-Kommission habe daher Bedenken, dass die Vectoring-Technologie "wettbewerbsschädigende Auswirkungen" haben könnte. Die Ziele könnten "in jedem Fall auch ohne den Einsatz von Vectoring erreicht werden", lautete die Begründung. Deutschland wolle jedoch bald ein Zugangsprodukt entwickeln, das Wettbewerbern einen uneingeschränkten Zugang zu Vectoring-Netzen ermöglicht. Über die Förderung werde die EU-Kommission dann neu entscheiden. "Nach Genehmigung durch die Kommission könnte die Vectoring-Technologie auch in staatlich geförderten Projekten eingesetzt werden", erklärte die Wettbewerbsbehörde.

Blank: "Die EU-Kommission hat durchaus die Beihilfefähigkeit von Vectoring in Aussicht gestellt - das ist positiv. Voraussetzung ist ein alternatives Vorleistungsprodukt. Die Bundesnetzagentur müsste das Vorleistungsprodukt bei der EU-Kommission vorlegen." Dass die EU-Kommission die sogenannte NGA-Rahmenregelung, die die Beihilfe zum Breitbandausbau festlegt, für Deutschland genehmigt hat, begrüße die Telekom. "Das ist eine wichtige Voraussetzung, um weiße Flecken in der Breitbandversorgung zu schließen", betonte Blank.

Zum Vectoring-Ausbau ohne öffentliche Fördermittel gebe es keinen Zusammenhang, dieser bleibe davon unberührt, sagte Blank.

Mogelpackung Vectoring oder Zukunftstechnologie

Kabel Deutschland sieht VDSL-Vectoring nicht als zukunftssicher an. Annette Schumacher, Leiterin Medienregulierung bei Kabel Deutschland, sagte auf der Branchenmesse Anga Com im Juni 2015: "Wir sind gegen die Förderfähigkeit von Vectoring. Vectoring ist nur ein Zwischenschritt und seine Förderung verhindert, dass öffentliche Mittel unmittelbar in den Ausbau nachhaltiger und zukunftssicherer Infrastrukturen wie FTTB/H fließen. Denn letztendlich ist die Förderung von Vectoring eine Mogelpackung: Eine Kommune, die heute auf Vectoring setzt, wird in kürzester Zeit erneut Mittel in die Hand nehmen müssen, um den Bandbreitenbedarf vor allem auch im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen zu decken."

Vectoring wird künftig auch noch höhere Datenraten ermöglichen: Huawei stellte im November 2014 einen Prototyp seiner Supervector-Technologie vor. In Laborversuchen sei mit europäischen Festnetzbetreibern festgestellt worden, dass 400 MBit/s auf einer Kupferleitung von rund 300 Metern erreicht werden könnten. Das wäre die dreifache Datenübertragungsrate des bisher bei Betreibern eingesetzten VDSL2-Vectorings.

Über 800 Meter seien noch 100 MBit/s erreicht worden. "Supervector ist mit VDSL2-Vectoring-Terminals kompatibel", erklärte das Unternehmen.

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LinuxMcBook 19. Jun 2015

Lass es, ich hab es schon probiert. Die meisten hier verstehen einfach nicht, dass das...

Ovaron 19. Jun 2015

Ich teile Deinen Optimismus zwar nicht, bin aber trotzdem bei Dir und rechne fest mit...

Ovaron 19. Jun 2015

Ich hab vor 10 Jahren DSL mit 1 Mbit bekommen. Inzwischen sind es 16 Mbit und in zwei...

Ovaron 19. Jun 2015

Aha. Hört sich ganz so an als seist Du bereit etwas zu akzeptieren was zwar nicht...



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