Statt Fax: WBCI-Schnittstelle für schnellen Telekom-Anbieterwechsel

Die elektronische Schnittstelle WBCI (WITA Based Carrier Interface) ist ab sofort verfügbar. Das gab der VATM am 2. September 2013 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Bereits seit Mai 2012 gilt das neue Telekommunikationsgesetz: Zieht ein Telefonkunde um, kann er seinen alten Vertrag mitnehmen, ohne dass dessen Mindestlaufzeit von vorne beginnt. Beim Telefonanbieterwechsel muss die Umschaltung auf den neuen Anbieter innerhalb eines Kalendertages erfolgen. Kommt es zu Problemen, muss der alte Anbieter die Versorgung des Kunden weiterhin gewährleisten. Doch das hat bisher nicht immer funktioniert.
Der Wechsel mit WBCI soll nun nahezu unbemerkt vom Kunden erfolgen. "Seit anderthalb Jahren beschäftigt sich ein Experten-Arbeitskreis der Unternehmen mit der Entwicklung und Umsetzung dieser komplexen Schnittstelle, die für alle Anbieter nutzbar sein muss. Heute startet sie nach intensiver Arbeit planmäßig noch vor dem Beginn der Ifa-Messe" , erklärte der VATM.
"Nach unserer Einschätzung wird sich die Situation weiter verbessern, wenn vom händischen auf das elektronische System umgestellt wird" , sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Andre Rochlitzer, Experte für Breitbandinteroperabilität bei 1&1, erklärte, die Anbieter hätten den Informationsaustausch bislang per Fax betrieben.
Auch die Bundesnetzagentur erwartet, dass die Zahl der Verbraucherbeschwerden durch den Einsatz der Schnittstelle deutlich zurückgehen wird.
Die Systemtests der Schnittstelle sind von QSC und 1&1 Internet durchgeführt worden. Die Nutzung der von T-Systems umgesetzten Referenzschnittstelle und Testumgebung steht gegen eine Gebühr allen Unternehmen zur Verfügung.
Mehrere tausend Verbraucher hatten nach einem Anbieterwechsel keine Telekommunikationsversorgung mehr. Über 4.000 Beschwerden von Kunden hat die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben behandelt, indem sie die Anbieter anschrieb. Die Behörde wurde für ihr vorsichtiges Vorgehen kritisiert.



