Statt CCS: Tesla will eigenen Stecker zum US-Standard machen
Der US-Elektroautohersteller Tesla will seinen eigenen Ladestecker als nordamerikanischen Standard etablieren. Das Unternehmen rief dazu die Ladenetzwerkbetreiber und anderen Elektroautohersteller auf, den sogenannten CCS-Standard aufzugeben und stattdessen auf den Tesla-Stecker umzurüsten(öffnet im neuen Fenster). Tesla gab zu diesem Zweck die Spezifikationen für den Stecker (PDF)(öffnet im neuen Fenster) frei, der künftig North American Charging Standard (NACS) heißen soll.
Die Motivation für den Elektroautopionier ist nachvollziehbar. Sollte sich der CCS-Standard (Combined Charging System) durchsetzen, müsste das Unternehmen langfristig ebenso wie in Europa seine Fahrzeuge umrüsten oder mit Adaptern ausstatten. Das Model 3 wurde in Europa von Anfang an mit CCS-Stecker ausgeliefert.
Zudem müsste es seine eigenen Supercharger umrüsten, wenn künftig dort auch Fahrzeuge anderer Marken laden sollen. Dies ist an vielen europäischen Superchargern bereits möglich.
Laut Tesla hat der eigene Stecker gegenüber CCS mehrere Vorteile. Der Tesla-Stecker sei "der bewährteste in Nordamerika" und biete sowohl Laden per Wechselstrom als auch Gleichstrom mit bis zu einem Megawatt. Der Stecker habe keine beweglichen Teile, sei halb so groß und doppelt so leistungsfähig wie CCS-Stecker.

Zudem gebe es derzeit doppelt so viele Elektroautos mit dem Tesla- wie mit CCS-Stecker. Darüber hinaus habe das Supercharger-Netz von Tesla aktuell 60 Prozent mehr Ladesäulen als alle CCS-Netze zusammen.
Die Netzbetreiber hätten bereits Pläne, NACS in ihre Ladestationen einzubauen, so dass Tesla-Besitzer in anderen Ladenetzwerken ohne Adapter laden könnten. Tesla arbeite "aktiv mit den relevanten Normungsgremien zusammen, um Teslas Ladestecker als öffentlichen Standard zu kodifizieren".
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