Statt Batteriespeicher: Mini-Pumpspeicherwerk arbeitet unter Wasser

Der chinesische Windenergiekonzern Dongfang Electric(öffnet im neuen Fenster) , der einige der leistungsstärksten Windkraftanlagen der Welt errichtet hat, vermeldet den erfolgreichen Test von Dongchu-1. Dabei handelt es sich um ein Pumpspeicherwerk im Kleinformat, das am Grund eines Gewässers in seinem Inneren einen Unterdruck erzeugen kann.
Strömt anschließend Wasser ein, wird mithilfe einer Turbine Strom erzeugt. Umgekehrt kann überschüssiger Strom genutzt werden, um den Unterdruck wieder aufzubauen und so lange aufrechtzuerhalten, bis die gespeicherte Energie wieder benötigt wird.
Es stellt damit eine ideale Ergänzung zu Windkraftanlagen im Meer dar, um eine gleichmäßigere Stromeinspeisung zu erreichen.
Modular und kaum sichtbar
Vergleichbar ist das Prinzip mit einem Pumpspeicherwerk, bietet jedoch entscheidende Vorteile. Vor allem muss nicht von vornherein möglichst groß geplant werden, um die Investitionen zu rechtfertigen. Stattdessen ist ein Einsatz in so gut wie jedem Gewässer denkbar und durch den Zubau weiterer Speicher kann das System nach und nach erweitert oder im Kleinformat betrieben werden.
Auch bleibt der Eingriff in die bestehende Landschaft minimal, wobei das nicht bedeutet, dass es keine Auswirkungen auf das Ökosystem unter Wasser gibt. Nur sind diese weniger deutlich sichtbar als zwei oberirdische Reservoirs, verbunden durch ein Pumpspeicherwerk.
Weltweite Forschungen zu Unterwasser-Pumpspeicherwerken
An einem vergleichbaren Projekt forscht unter anderem das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE)(öffnet im neuen Fenster) . Derzeit wird vor der Westküste der USA ein Prototyp in 650 m Wassertiefe erprobt.
Er soll bis zu einer Megawattstunde Energie speichern können und vor Ort den Strom aus Offshore-Windkraftanlagen für einen späteren Zeitpunkt nutzbar machen. In voller Größe könnte das System bis zu 20 Megawattstunden zwischenpuffern, was dem jährlichen Strombedarf von fünf bis sechs Haushalten entspricht.
Das Fraunhofer IEE, welches bereits seit 2013(öffnet im neuen Fenster) an der Technik arbeitet, schätzt das weltweite Potenzial auf über 800 Terawattstunden, was deutlich über aktuellen Schätzungen für den globalen Bedarf an Stromspeichern liegt. Dass das System tatsächlich wie gewünscht funktionieren kann, scheint nun zuerst jedoch Dongfang Electric gezeigt zu haben.



