Statcounter/Gate.io: Gehacktes Statistiktool klaut Bitcoin

Der Webseiten-Statistikanbieter Statcounter wurde gehackt. Dabei fügten die Angreifer Javascript-Code ein, der auf Kunden der Bitcoin-Plattform Gate.io abzielte.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Kunden von Gate.io, einer Bitcoin-Handelsplattform, wurden von einer Javascript-Schadsoftware bestohlen.
Kunden von Gate.io, einer Bitcoin-Handelsplattform, wurden von einer Javascript-Schadsoftware bestohlen. (Bild: Mike Cauldwell/Wikimedia Commons)

Ein gehacktes Skript des Statistikanbieters Statcounter zielte darauf ab, Kunden der Bitcoin-Plattform Gate.io zu bestehlen. Darüber berichtete die Webseite ZDnet. Das gehackte Skript änderte die Empfängeradresse bei Bitcoin-Transaktionen. Der entsprechende Code wurde inzwischen entfernt und Gate.io nutzt Statcounter nicht mehr.

Statcounter ist ein Statistiktool für Webseiten, vergleichbar mit Google Analytics. Um den Service zu nutzen, fügen Kunden von Statcounter deren Javascript-Code auf ihrer Webseite ein. Dieser Code wurde laut der Sicherheitsfirma ESET am 3. November 2018 durch eine Version mit Schadcode ersetzt. Inzwischen ist der Schadcode entfernt, wir konnten die Angaben von ESET aber anhand einer über Wayback Machine abrufbaren alten Version der entsprechenden Javascript-Datei nachvollziehen.

Angriff zielt auf Bitcoin-Plattform

Der Code wurde aktiv, wenn eine URL mit einem bestimmten Pfad (myaccount/withdraw/BTC) aufgerufen wurde. Dabei handelt es sich um einen Pfad, der vom Service Gate.io genutzt wird. Gate.io ist eine Bitcoin-Handelsplattform, die auf den Caymaninseln gemeldet ist.

Das Skript änderte bei Bitcoin-Transaktionen über Gate.io die Empfängeradresse. Laut ESET wurde dabei jedes Mal eine neue Empfängeradresse generiert. Somit lässt sich nicht feststellen, wie viele Gate.io-Kunden betroffen waren und wie viel Bitcoin gestohlen wurde.

Statcounter ist ein relativ häufig genutzter Statistikservice, allerdings zielt er eher auf kleinere Kunden ab. Bekannte Webangebote findet man bei den Kunden nicht. Insgesamt nutzen jedoch mehrere Hunderttausend Webseiten den Service.

Der von ESET gefundene Angriff zielte aber offenbar nicht auf alle Kunden von Statcounter, sondern nur auf Gate.io. Wir haben Statcounter und Gate.io um ein Statement gebeten, eine Antwort haben wir bislang nicht erhalten.

Generell ist es immer mit Risiken verbunden, wenn Webseiten Javascript-Code von anderen Services einbinden. Wenn ein solcher Service gehackt wird, können die Angreifer potenziell sehr viele Webseiten kontrollieren. Schützen vor solchen Angriffen kann die Verwendung von Subressource Integrity, allerdings ist dies bislang wenig verbreitet.

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