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Startups: Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren

Lange war das All unerschwinglich. Doch Billigflieger und Minisatelliten ermöglichen neue Geschäfte im Weltraum. In den USA und Europa entstehen reihenweise Startups, die diese Chance nutzen wollen.

Artikel von Thomas Stölzel/Wirtschaftswoche veröffentlicht am
SpaceX-Rakete beim Start von Cape Caneveral
SpaceX-Rakete beim Start von Cape Caneveral (Bild: SpaceX/flickr.com)

Wer in den Sechzigerjahren einen Satelliten in den Orbit schießen wollte, brauchte schon sehr tiefe Taschen: 23.000 Dollar kostete zu Zeiten des Apollo-Mond-Programms allein der Start einer Rakete - pro Kilogramm Nutzlast und inflationsbereinigt. Der technische Fortschritt ließ die Kosten in den folgenden Jahrzehnten zwar sinken - auf rund 16.000 Dollar je Start und Kilo um die Jahrtausendwende. Doch abgesehen von Telekom- und TV-Konsortien, blieb das All für gewöhnliche Unternehmer unerschwinglich.

Inhalt:
  1. Startups: Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren
  2. Satellitenhersteller ersetzen teure Bauteile durch Massenware

Das aber ändert sich gerade rasant. SpaceX etwa, die Raumfahrtfirma von Multigründer Elon Musk, will mit Mehrwegraketen bald die Startkosten je Kilogramm auf schlappe 200 bis 300 Dollar senken. Schon heute kostet ein Kilo Fracht in einen niedrigen Erdorbit bei SpaceX nur noch 2600 Dollar.

Massenware verändert die Raumfahrt

Der Preisverfall löst eine Kettenreaktion aus: Sinken die Transportkosten, können Firmen leichter Satelliten nachschießen, wenn einer versagt. Dadurch erübrigen sich die bisher üblichen extrem hohen und teuren Qualitätsstandards. Was Satelliten wiederum um ein Vielfaches günstiger macht. Und das wiederum senkt die Versicherungskosten der Starts, die ein erheblicher Kostenfaktor sind. Wie Apples AppStore das Web für immer verändert hat, dürften Billigraketen die Raumfahrt revolutionieren. Geschäftsmodelle werden möglich, an die bisher kaum jemand denkt.

Auch die Satelliten selbst verändern sich, werden kleiner und leichter. Dieser Umbruch lässt reihenweise neue Weltraum-Startups entstehen. Um die 1000 junge Unternehmen sollen Branchenexperten zufolge inzwischen an der Kommerzialisierung des Weltalls arbeiten, meist in Bereichen wie Kommunikation und Erdbeobachtung.

Verführerischer Boom lockt Google

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Rund zehn Milliarden Dollar privates Kapital seien in der NewSpace genannten Branche investiert, so der Marktforscher NewSpace Global. Entstanden sind so Firmen wie Made in Space, ein US-Startup, das mittels 3D-Druck Satelliten direkt im Orbit produzieren will. In Russlands Skolkovo-Innovationszentrum nahe Moskau tummeln sich auf engstem Raum 150 junge Weltraumfirmen.

Der Boom lockt auch Internetriesen wie Google. Der Konzern kaufte vor zwei Jahren das Startup Skybox Imaging (heute Terra Bella), das hochauflösende Aufnahmen aus dem All liefert, mit denen sich etwa der Containerumschlag in Häfen erfassen lässt. Inzwischen ist er auch an SpaceX beteiligt und an O3B, das per Satellit Internetzugänge anbietet. „Die Möglichkeiten, ins All zu kommen, haben sich in den vergangenen fünf Jahren stärker verändert als in der gesamten Raumfahrtära zuvor", verkündet ein Report der Investmentbank Goldman Sachs.

Zwar bezweifelt der Ex-Astronaut und Münchner Raumfahrttechnik-Professor Ulrich Walter auch nach vier gelungenen Landungen von SpaceX-Raketen, ob es sich lohne, alle Teile zu prüfen und wieder fit für den erneuten Start zu machen - womit Musk bisher noch zögert.

Doch auch aus seiner Sicht steckt die Raumfahrt mitten in einer Revolution. Vor allem der Satellitenbau verändere sich radikal. Mikroelektronik macht Cube-Sats möglich, winzige Satelliten, die zum Teil weniger als zehn Kilogramm wiegen. So lassen sich Hunderte mit einem einzigen Start ins All schießen. Die könnten dann rund um die Uhr jeden Acker auf dem Planeten überwachen. So ließe sich in Verbindung mit Big Data der Lebensmittelhandel besser steuern

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Satellitenhersteller ersetzen teure Bauteile durch Massenware 
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oxybenzol 03. Aug 2016

Nach dem was ich gelesen hab, soll die Rakete(BFR) fürs MCT 100t befördern. Die Saturn V...

Komischer_Phreak 03. Aug 2016

Soweit ich weiß, ist das nicht ganz so einfach. Auch das Volumen des Satelliten, den man...

GangnamStyle 03. Aug 2016

denke ich auch so. Bis dahin gehen wohl die Aufträge aus und Ariane Aerospace kann dicht...

Yeeeeeeeeha 03. Aug 2016

Die werden auf den niedrigen Höhen von der Luftreibung so schnell abgebremst, dass sie...

dmark 03. Aug 2016

Die Ausführungen kommen mir arg optimistisch vor. Wir reden beim Weltraummüll unter...


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