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Start-up von Jony Ive gekauft: OpenAI plant eigene Hardware

OpenAI steht kurz vor der Übernahme des KI-Hardware-Start-ups Io, mitgegründet vom Ex-Apple-Designchef Jony Ive , für knapp 6,5 Milliarden US-Dollar.
/ Andreas Donath
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OpenAI setzt auf Hardware. (Bild: Pexels)
OpenAI setzt auf Hardware. Bild: Pexels

OpenAI will viel Geld für die Übernahme von Io ausgeben, dem Start-up von Apples Design-Legende Jony Ive. Die Akquisition markiert den bisher größten Zukauf in der Firmengeschichte von OpenAI und soll dem KI-Unternehmen den Weg in die Welt der Konsumenten-Hardware ebnen, so Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) .

Mit diesem Kauf sichert sich OpenAI nicht nur das Start-up Io, sondern auch die Expertise von Ive und seinem Team ehemaliger Apple-Designer. Der Deal deutet nach Ansicht von Bloomberg darauf hin, dass OpenAI plant, über reine Software-Lösungen hinauszuwachsen und in die Entwicklung von KI-Geräten einzusteigen.

Die Transaktion beinhaltet 5 Milliarden US-Dollar in Eigenkapital für Io, während der Rest aus einer Ende 2024 geschlossenen Partnerschaft stammt, bei der OpenAI bereits einen 23-prozentigen Anteil am Start-up erwarb. Zu den früheren Investoren von Io zählen Laurene Powell Jobs' Emerson Collective, Sutter Hill Ventures und Thrive Capital.

Neue KI-Gerätegeneration am Horizont

OpenAI-CEO Sam Altman betonte, dass sein Unternehmen Konsumenten-Hardware von "beispielloser Qualität" entwickeln möchte. "KI stellt einen so großen Sprung in den menschlichen Möglichkeiten dar, dass sie ein völlig neues Computing-Format benötigt, um ihr volles Potenzial zu entfalten" , so Altman.

Durch die Übernahme gewinnt OpenAI rund 55 Fachkräfte aus den Bereichen Hardware-Engineering, Software-Entwicklung und -Fertigung. Dieses Team soll eine Reihe neuer Geräte entwickeln, deren erste Vertreter voraussichtlich 2026 auf den Markt kommen werden, so Bloomberg.

Nach seinem Abschied von Apple gründete Ive zunächst Lovefrom, ein Kollektiv aus Designern und Ingenieuren, bevor er im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Apple-Veteranen Scott Cannon, Evans Hankey und Tang Tan Io ins Leben rief. Das Team arbeitete an Produktkonzepten für Geräte mit KI-Unterstützung.

Obwohl Ive und Altman keine Details zu ihren geplanten Hardware-Produkten preisgaben, betonten sie, dass diese nicht als Smartphone-Ersatz gedacht seien. "So wie das Smartphone den Laptop nicht verdrängt hat, wird auch unser erstes Produkt das Smartphone nicht ersetzen" , erläuterte Altman.

Lovefrom wird weiterhin unabhängig bleiben, aber künftig das Design für alle OpenAI-Produkte verantworten, einschließlich der Software-Interfaces. Interessanterweise drehten sich die ersten Gespräche zwischen Altman und Ive laut Bloomberg weniger um Hardware als um die Verbesserung der ChatGPT-Benutzeroberfläche.

Der Markt für KI-Geräte steht noch am Anfang, wobei Meta zu den bekanntesten Anbietern mit seinen KI-fähigen Ray-Ban-Sonnenbrillen zählt. Frühere Versuche mit KI-Assistenzgeräten wie dem Humane Ai Pin oder dem Rabbit r1 stießen auf dem Markt auf Schwierigkeiten.

Die Übernahme soll vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen im Sommer 2025 abgeschlossen werden. Nach Bekanntwerden der Nachricht fiel der Aktienkurs von Apple um bis zu 2,3 Prozent – kein gutes Zeichen für das Vertrauen der Investoren in Apples Fähigkeiten, hier aufzuholen.


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