Startup: Ministerium verschleppt Spieleförderung angeblich "massivst"

Ein anonymer Startup-Gründer rechnet mit den für Spieleförderung zuständigen Behörden ab. Wegen deren Inkompetenz würden nun Menschen von Hartz 4 leben.

Artikel veröffentlicht am ,
Controller der Xbox One
Controller der Xbox One (Bild: Johannes Eisele/AFP via Getty Images)

In der deutschen Spielebranche entfacht ein Bericht über den Umgang der Behörden mit einem Startup Diskussionen. Es geht um einen längeren Text, den ein Unbekannter auf Reddit veröffentlicht hat. Die Schilderung über Missstände bei der Spieleförderung klingt plausibel.

Stellenmarkt
  1. IT-Auditor / CISA (m/w/d)
    Becker Büttner Held Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB, München
  2. Systems Engineer Backup (m/w/d)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
Detailsuche

Das Fazit: Durch das von Andreas Scheuer (CSU) geleitete Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) sei "massivst Zeit verschleppt" worden. "Was das BMVI abzieht ist keine Förderung, das ist ein volkswirtschaftliches Verbrechen. Sie vernichten Start-ups."

Der Autor schreibt, er habe innerhalb eines Jahres ein Spiel produzieren wollen. Ein Teil des Kapitals sollte von Investoren und Banken stammen, dazu sollten 200.000 Euro Förderung durch das Bundesministerium kommen. Die Gespräche mit Investoren und Banken seien trotz Schwierigkeiten erfolgreich verlaufen.

Allerdings: Auf den im Juni 2019 beim Ministerium eingereichten Antrag sei einfach nichts passiert. "Das BMVI wollte aber nicht antworten. Gar nicht." Nach insgesamt acht Wochen Warten sei der erste Investor abgesprungen - was der Autor des Beitrags im konkreten Fall "verständlich" findet.

Spieleförderung scheitert an Behörden-"Klein-Klein"

Golem Akademie
  1. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
  2. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    30.05.-03.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Erst nach einem halben Jahr sei erstmals eine Nachricht gekommen. Nicht vom Ministerium, sondern vom zwischenzeitlich mit der Bearbeitung beauftragten Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Inhalt: "Nach einem halben Jahr dürfen wir einen Antrag stellen!"

Nach weiterem Hin und Her zieht der Autor ein bitteres Fazit: "Natürlich ist das DLR mit diesem Gamingbullshit genau wie das BMVI vollständig überfordert, mutmaßlich unzufrieden und lässt das auch so richtig raushängen. Provozierende Mitarbeiter, schleppende Antworten, dämliche Fragen im Klein-Klein."

Der Beitrag auf Reddit schildert als Folge dieser Verzögerungen weitere Probleme mit Banken und Investoren. Vor allem aber: Die angehenden Entwickler dürften nicht mit der eigentlichen Arbeit an ihrem Projekt beginnen, weil das erst nach Bewilligung der Förderung erlaubt sei. Da gebe es zwar auch wegen der Coronakrise ein gewisses Maß an Flexibilität - aber das sei viel zu spät gekommen.

Weil das Startup nach der erhofften Bewilligung sofort mit der Arbeit hätte beginnen müssen, hätten in der Zwischenzeit mehrere angehende Mitarbeiter ihre Jobs gekündigt. Nach dem Scheitern der Förderung würden "nun drei Leute auf Hartz 4" leben, statt über das Startup eigenes Geld zu verdienen und Steuern zu bezahlen.

Soweit bekannt, entspricht die anonyme Schilderung durchaus den Erfahrungen anderer Entwickler. Bei der Förderung geht es um insgesamt rund 50 Millionen Euro, die erstmals für das Haushalsjahr 2019 bewilligt wurden. Seitdem wurde für die Folgejahre bis einschließlich 2023 die gleiche Summe freigegeben - insgesamt geht es um mehr als 250 Millionen Euro.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ternot 02. Aug 2020

Meine These: Kein Mensch will Spiele welche nur durch Spieleförderung entstehen. Schauen...

ternot 02. Aug 2020

Das Problem ist aber hausgemacht. Anspruchsvolle Stellen für Elektroniker/Elektriker...

Trockenobst 01. Aug 2020

Ich bastle selber an einem (wahrscheinlich) Mobile Game und alleine das man alles so...

Clown 30. Jul 2020

Ich finds echt ein wenig erschreckend, wie feindseelig der Ton hier ist..



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
LG HU915QE
Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung

LG hat einen Kurzdistanzprojektor mit Lasertechnik vorgestellt. Der HU915QE erzeugt ein riesiges Bild und steht dabei fast an der Wand.

LG HU915QE: Laserprojektor erzeugt 90-Zoll-Bild aus 5,6 cm Entfernung
Artikel
  1. Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets: Was Fahrgäste wissen müssen
    Verkaufsstart des 9-Euro-Tickets
    Was Fahrgäste wissen müssen

    Das 9-Euro-Ticket für den ÖPNV ist beschlossene Sache, Verkehrsverbünde und -unternehmen sehen sich auf den Verkaufsstart in diesen Tagen gut vorbereitet. Doch es gibt viele offene Fragen.

  2. Snapdragon 8+ Gen1: 4 nm TSMC spart 30 Prozent bei Qualcomm-SoC
    Snapdragon 8+ Gen1
    4 nm TSMC spart 30 Prozent bei Qualcomm-SoC

    Durch den Wechsel des Fertigungsverfahrens ist der Snapdragon 8+ Gen1 deutlich effizienter als der Snapdragon 8 Gen1, selbst bei mehr Takt.

  3. LTE-Patent: Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland
    LTE-Patent
    Ford droht Verkaufs- und Produktionsverbot in Deutschland

    Ford fehlen Mobilfunk-Patentlizenzen, weshalb das Landgericht München eine drastische Entscheidung gefällt hat. Autos droht sogar die Vernichtung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer Predator X38S (UWQHD, 175 Hz OC) 1.499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 7 5700X 268€ und PowerColor RX 6750 XT Red Devil 609€ und RX 6900 XT Red Devil Ultimate 949€) • Alternate (u. a. Cooler Master Caliber R1 159,89€) • SanDisk Portable SSD 1 TB 81€ • Motorola Moto G60s 149€ [Werbung]
    •  /