Startup: e.Go Mobile ist vor der Insolvenz gerettet

Ein holländischer Investor hat den Mehrheitsanteil an dem Aachener Elektroautohersteller übernommen.

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Günther Schuh stellt das Elektroauto e.Go Life vor: "kein klassischer Sanierungsfall, sondern ein gut aufgestelltes Startup".
Günther Schuh stellt das Elektroauto e.Go Life vor: "kein klassischer Sanierungsfall, sondern ein gut aufgestelltes Startup". (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

E.Go Mobile kann weitermachen: Der Aachener Elektroautohersteller hat einen Investor gefunden, der das Startup aus der Insolvenz rettet. Gründer Günther Schuh wird das neue Unternehmen nicht leiten, bleibt ihm aber erhalten.

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Der Investor ist die Beteiligungsgesellschaft ND Group aus Eindhoven in den Niederlanden. Sie übernimmt einen Mehrheitsanteil. Das Managementteam um Schuh behält einen Anteil. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Zuletzt wurde e.Go Mobile mit einer Milliarde Euro bewertet.

Günther Schuh leitet den Verwaltungsrat

Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen Next.E.Go Mobile. Auch die Rechtsform ändert sich: Aus der Aktiengesellschaft (AG) nach deutschem Recht wird eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea, kurz SE), also eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht. Leiten wird es Ulrich Hermann. Er war bis Anfang des Jahres Vorstandsmitglied der Heidelberger Druckmaschinen und dort für die Digitalisierung zuständig. E.Go-Gründer Schuh wird Chef des Verwaltungsrates.

Der Kaufvertrag wurde laut e.Go am 31. August 2020 notariell beurkundet. Am 1. September hat Next.E.Go Mobile das gesamte Geschäft von e.Go Mobile inklusive aller Tochtergesellschaften und aller Angestellten übernommen.

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"Wir wollten die Krise nicht nur überleben, sondern gestärkt daraus hervorgehen, um e.Go als deutsche Marke auf dem Markt zu etablieren. Dazu mussten wir einen professionellen und strategischen Partner finden, mit dem wir unser großes Wachstumspotenzial realisieren können. Diesen haben wir in unserem neuen Partner und seiner visionären Führung gefunden", sagte Schuh.

Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Es hat ein elektrisch angetriebenes Stadtauto entwickelt, dessen erste Exemplare im vergangenen Jahr an Kunden übergeben wurden. Einer der ersten e.Go Live ging an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Die Produktion stoppte wegen Corona

Im Winter wurde bekannt, dass e.Go Mobile in Schwierigkeiten steckt. Ende März musste das Unternehmen wegen der Covid-19-Pandemie - ebenso wie die anderen Autohersteller - die Produktion stoppen.

Die Pandemie verhinderte auch eine Rettung des Unternehmens: Neue Investoren zogen sich plötzlich zurück, und so musste Schuh Anfang April schließlich Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen. "E.Go Mobile war kein klassischer Sanierungsfall, sondern ein gut aufgestelltes Startup, das es geschafft hat, ein neues Auto auf die Straße zu bringen und dem vor allem durch die beispiellose Situation während der Covid-19-Pandemie das Wachstumskapital ausging", sagte Paul Fink, der Generalbevollmächtigte von e.Go Mobile im Insolvenzverfahren.

  • Ein "lächelndes" Elektroauto: Der e.Go Life ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... ist ein Kleinwagen für den Stadtverkehr. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es gibt ihn nur in zwei Farben. Grund ist, dass die Karosserieteile aus Kunststoff durchgefärbt und nicht lackiert sind. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Produziert wird das Auto in Aachen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vier Männer vor Elektroautos: e.Go-Mobile-Chef Günther Schuh, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Ministerpräsident Armin Laschet, RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger (v. l. n. r.) (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Gründer Günther Schuh erklärt das Auto. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick zurück: ein Mockup des Autos auf der Hannover Messe im Jahr 2011 (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Inneneinrichtung ist spartanisch. Das Display in der Mitte ist bereits ein Extra. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Viel Platz ist nicht im Kofferraum, Die beiden hinteren Sitze können aber nach vorn geklappt werden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Schwachstelle ist das Laden: Es dauert sechs Stunden, bis der Akku voll ist. Das Auto lädt nur mit 3,5 kW. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Grund sei, dass Schnellladeeinrichtungen noch zu teuer seien, sagt Schuh. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ministerpräsident Armin Laschet freut sich über sein neues Auto. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ex-Rennfahrer Hans Joachim Stuck war begeistert von den Fahreigenschaften. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Neben dem Life baut e.Mobile den Mover, einen Kleinbus. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es gibt ihn auch als Luxusausführung. Ein Lieferwagen auf der Mover-Plattform ist in Planung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Den Life soll es zukünftig als Viertürer geben. Eine dritte Fahrzeugplattform ist in Vorbereitung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Ein "lächelndes" Elektroauto: Der e.Go Life ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Service und Vertrieb sind nach Unternehmensangaben "bereits wieder aktiv". Die Produktion im Werk im Aachener Stadtteil Rothe Erde soll in Kürze wieder aufgenommen werden. Vorher braucht das neue Unternehmen Next.E.Go Mobile die Zulassung als Fahrzeughersteller. Zudem müssen die Lieferverträge umgestellt werden.

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