Start-up: US-Armee vergibt 20-Milliarden-Dollar-Vertrag an Anduril
Am Freitag hat die US-Armee(öffnet im neuen Fenster) die Vergabe eines langfristigen Vertrags mit dem Rüstungs-Start-up Anduril bestätigt, wie Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Anduril wurde 2017 mit dem Ziel ins Leben gerufen, künstliche Intelligenz und autonome Systeme in den Rüstungsbereich zu bringen.
Der Vertrag läuft zunächst fünf Jahre, mit einer optionalen Verlängerung um weitere fünf Jahre – insgesamt also ein Jahrzehnt. Abgedeckt sind Software, Hardware und Dienstleistungen von Anduril. Ziel ist es, Zwischenhändler auszuschalten und Lieferzeiten zu verkürzen, zwei chronische Schwachstellen im militärischen Beschaffungswesen.
Wer steckt dahinter? – Palmer Luckeys zweite Mission
Anduril(öffnet im neuen Fenster) wurde 2017 von Palmer Luckey gegründet, dem Erfinder des Oculus-VR-Headsets. Das Unternehmen aus Costa Mesa, Kalifornien, entwickelt autonome Waffensysteme: Drohnen, Drohnenabwehr und Sensornetzwerke. Herzstück ist die Lattice-Plattform, ein KI-gestütztes Führungssystem, das Sensordaten vom Schlachtfeld zu einem einheitlichen Lagebild für Kommandeure verdichtet. Anduril versteht sich als schnelleres Gegenstück zu klassischen Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin oder Raytheon.
Pentagon setzt auf Start-ups statt Platzhirsche
Der Vertrag steht für einen strukturellen Wandel im US-Verteidigungsministerium. Statt etablierten Rüstungskonzernen die großen Rahmenverträge zu überlassen, vertraut das Pentagon zunehmend auf wagniskapitalfinanzierte Technologieunternehmen.
Anduril plane zudem, seine Raumfahrtsparte durch eine Akquisition zu verdoppeln – der ursprüngliche Drohnenfokus weitet sich zügig aus. Ob ein einziger Großvertrag mit einem vergleichsweise jungen Anbieter die versprochenen Effizienzgewinne tatsächlich liefert, werden US-Kongress und Kontrollbehörden in den kommenden Monaten genau beobachten.
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