Start-up planqc: "München ist ein Hotspot für die Quantentechnologien"

Das Start-up planqc(öffnet im neuen Fenster) , ausgezeichnet mit dem Deutschen Gründerpreis 2025(öffnet im neuen Fenster) , will mit einer eigenen Herangehensweise Quantencomputer bauen, die nicht durch eine geringe Zahl an Qubits limitiert sind. Einer der Gründer, Johannes Zeiher, ist Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LUM)(öffnet im neuen Fenster) und erklärt, was das Unternehmen anders macht als die große Konkurrenz aus den USA.
Vor allem wird auf eine abgeschlossene Kühlung verzichtet und stattdessen auf eine ausschließliche Laserkühlung gesetzt. Dank der Möglichkeit, mit Quantengasmikroskopen(öffnet im neuen Fenster) einzelne Atome beobachten zu können, wird die Mindestgröße der Qubits auf eben diese Größe reduziert.
Systemische und Standortvorteile für den Quantencomputer
Beides zusammen verschafft der Technik den entscheidenden Vorteil, was Johannes Zeiher im Interview mit der LMU München darlegt. Weder werden supraleitende Qubits benötigt noch muss das gesamte System nahe an den absoluten Nullpunkt herabgekühlt werden.
Die Limitierung auf einige tausend Qubits, wie sie bei der Herangehensweise von IBM oder Google an das Quantencomputing gegeben sein soll, entfällt bei der Laserkühlung. Mit optischen Gittern und optischen Pinzetten ist geplant, die Anzahl der Qubits in den Bereich von Millionen anzuheben.
Quantenfehlerkorrektur im Fokus
Die Qubits werden aber nicht einzelne Atome sein. Laut Johannes Zeiher fasst man mehrere davon zu einer funktionalen Einheit zusammen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird die Verlässlichkeit der gesamten Einheit dann immer besser, je mehr Atome man zusammenschaltet.
Um das Verständnis für die Quantenfehlerkorrektur zu verbessern, soll bereits 2027 ein System mit 100 Qubits in Betrieb genommen werden, beauftragt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Dass der Durchbruch beim Quantencomputing gerade in München gelingen könnte, liegt laut Zeiher nicht nur an den beiden Universitäten LMU und TU München, die sich auch im internationalen Vergleich(öffnet im neuen Fenster) nicht verstecken müssen. Auch Lasertechnik wird in München entwickelt und der Nobelpreis für die Grundlagen der Laserkühlung ging damals ebenfalls nach München, an Theodor Hänsch, ehemals Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.