Start-up-Investor: Offenbar Rauswurf nach Linkedin-Kritik an Reiche
Wie viel öffentliche Kritik verträgt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) aus einem halbstaatlichen Unternehmen? Ein kritischer Beitrag auf der Plattform Linkedin kostete den Investmentmanager Andreas Olmes vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) offenbar seinen Job. Einem Bericht des Manager Magazins(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge musste Olmes nach 18 Jahren in dem Unternehmen nun gehen.
Zuvor hatte er Reiches Energiepolitik mit den Worten kommentiert: "Eine einzige Katastrophe, wie da gedacht und gehandelt wird." Eine nachvollziehbare Reaktion angesichts der klimaschädlichen Folgen durch die Reform des sogenannten Heizungsgesetzes. Reiche gilt politisch selbst als angeschlagen und ist bei Kanzler Friedrich Merz (CDU) laut Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) nicht besonders beliebt.
Letzte Warnung vor einer Kündigung
Doch HTGF-Geschäftsführerin Romy Schnelle soll Olmes anschließend aufgefordert haben, keine Äußerungen zu tätigen, die die Beziehung zum Wirtschaftsministerium (BMWE) "gefährden" und dem "Ansehen des Unternehmens schaden" könnten. Kommentare, "die sich direkt auf das BMWE und seine Vertreter*innen beziehen", seien zu löschen, zitiert das Manager Magazin aus dem Schreiben. Dieses sei als "letzte Warnung" gedacht gewesen, sonst drohten Konsequenzen bis zu einer Kündigung.
Olmes sei ein Aufhebungsvertrag angeboten worden. Laut seiner früheren Team-Webseite(öffnet im neuen Fenster) arbeitete der promovierte Physiker seit 2008 bei dem Gründerfonds und war als Principal und Prokurist tätig. Er habe "zahlreiche Finanzierungsrunden gelenkt und bereits neun erfolgreiche Exits begleitet, darunter den Börsengang von Mister Spex im Juli 2021, einen der größten Erfolge des HTGF". Olmes ist dem Bericht zufolge davon überzeugt, dass seine Kritik auch zu dem unfreiwilligen Ausstieg geführt habe.
Wichtiger Start-up-Investor
Eine Sprecherin des HTGF wollte sich auf Anfrage des Manager Magazins nicht konkret zu dem Fall äußern und soll auf eine "offene Diskussionskultur" in dem Unternehmen verwiesen haben. Allerdings trügen die Mitarbeiter "mit öffentlichen Äußerungen eine besondere Verantwortung gegenüber dem Fonds und seinen Gesellschaftern".
Der HTGF ist dem Wirtschaftsministerium zufolge(öffnet im neuen Fenster) "Deutschlands aktivster und größter Frühphaseninvestor und richtet sich an junge, innovative Hightech-Start-ups aller Branchen". Investiert werde in Start-ups, die nicht älter als drei Jahre sind. Das verwaltete Portfolio liegt dem Bericht zufolge bei 3 Milliarden Euro.
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