Start-up: Deutlich weniger Risikokapital für deutsche Unternehmen

Im vergangenen Jahr haben deutsche Start-ups deutlich weniger Risikokapital von Investoren bekommen. 2022 waren es 9,9 Milliarden Euro, 43 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus einer Analyse der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Ey(öffnet im neuen Fenster) hervor.
"Angesichts steigender Kapitalkosten und sinkender Bewertungen achten Investoren mehr auf Rentabilität als auf langfristige Wachstumsversprechen" , sagte Ey-Partner Thomas Prüver. 2021 konnten deutsche Start-ups eine Rekordsumme von insgesamt 17,4 Milliarden Euro einsammeln. Laut Prüver war 2022 aber immer noch das zweitbeste Jahr seit 2015.
2022 war für deutsche Start-ups ein schwieriges Jahr. Das Berliner Fintech-Unternehmen Nuri musste im August Insolvenz anmelden , weil es keine neuen Investoren finden konnte. In München stockt die Produktion des Solarautos Sion, weil die Gründer nicht mehr genügend Geld von ihren Investoren erhielten .
Andere Firmen wurden von ausländischen Unternehmen übernommen. Der Lieferdienst Gorillas ließ sich für 1,2 Milliarden US-Dollar vom Konkurrenten Getir aufkaufen , nachdem er im Frühjahr 300 Stellen gestrichen hatte , um Kosten zu sparen.
Eines der wertvollsten deutschen Start-ups bereitet derweil seinen Börsengang vor(öffnet im neuen Fenster) . Personio hat seine Gesellschaftsform von einer GmbH in eine Societas Europaea (SE) umgewandelt. Das Münchner Start-up entwickelt Personalverwaltungssoftware und hat eine Bewertung von 8,5 Milliarden US-Dollar. "Mit der Rechtsform einer europäischen Aktiengesellschaft sind wir bereit für den Kapitalmarkt" , sagte Vorstandschef Hanno Renner. Der frühestmögliche Zeitpunkt für einen Börsengang ist aber erst Ende 2024.



