Starship von SpaceX: Was von den versprochenen 100 Tonnen Nutzlast übrig bleibt
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Am 16. Juli sollte erstmals seit dem Börsengang von SpaceX eine Starship-Rakete in Texas starten. Der 13. Testflug wurde jedoch kurz vor dem Start abgebrochen. Als Grund nannte Firmenchef Elon Musk auf seiner Plattform X(öffnet im neuen Fenster), dass einige Triebwerke nicht gestartet seien. Der nächste Versuch werde "hoffentlich" in den kommenden Tagen erfolgen.
Wenige Wochen vor dem Börsengang hatte SpaceX den zwölften Testflug der dritten Generation der Großrakete gestartet. Laut Börsenprospekt(öffnet im neuen Fenster) wurde diese Generation entworfen, um 100 Tonnen Nutzlast in den Orbit zu befördern. Sie soll wie ein Flugzeug vollständig wiederverwendbar sein.
Jedoch war das Starship nur mit 37,5 Tonnen Testnutzlast ausgestattet, wie es eine von SpaceX veröffentlichte Dokumentation(öffnet im neuen Fenster) erstmals mit Zahlen belegt. Damit ist das im Börsenprospekt versprochene Ziel auch mit dem Starship der dritten Generation unerreicht.
Das Starship V3 sollte wieder nicht in den Orbit fliegen und demonstrierte darüber hinaus auch keine nennenswerten Leistungsreserven. Es konnte zudem den Ausfall eines Triebwerks nicht voll ausgleichen und flog eine zu kurze Flugbahn, die nur durch spätere Manöver beim Wiedereintritt in die Atmosphäre kompensiert werden konnte. Das Starship zeigte auch keine Manöver im Weltall. Das deutet darauf hin, dass die Leistung komplett ausgereizt wurde.
100 Tonnen versprochen – 37,5 demonstriert
Die bisherigen Flugergebnisse sprechen dagegen, dass die den Anlegern versprochenen 100 Tonnen Nutzlast bereits erreichbar sind. Das Unternehmen verschweigt jedoch alle notwendigen technischen Angaben, die eine stichfeste Berechnung der möglichen Nutzlast ermöglichen würden – von der Leermasse der ersten Raketenstufe oder des Starships bis zum genauen spezifischen Impuls der Raptor-Triebwerke, die weniger Schub liefern als geplant.
2022, ein Jahr vor dem ersten Flug des Starships, wurde dessen Standardnutzlast mit 100 Tonnen angegeben. In den für Starlink-Starts typischen niedrigen Erdorbits sollte sie 150 Tonnen erreichen. Die Tankerversion sollte sogar 200 Tonnen Treibstoff zum Auftanken im Orbit bereitstellen können – und all das mit der kleineren und leistungsschwächeren ersten Version des Starships.
SpaceX nennt keine Zahlen, um die Nutzlast zu überprüfen
Wer nach genauen Angaben zu Leermassen, Treibstoffmenge, Schub und spezifischem Impuls der Triebwerke sucht, wird tatsächlich fündig – aber nur bei den Präsentationen der allerersten Konzeptstudien aus dem Jahr 2016, als das Starship noch BFR (Big Fucking Rocket) oder Interplanetary Transport System genannt wurde. Schon damals schienen die Leistungszahlen optimistisch und teilweise unerreichbar hoch.
Dass seither keine Zahlen genannt wurden, ist für SpaceX ungewöhnlich. Für Falcon 1 und Falcon 9 sind die Zahlen weitgehend bekannt. Dabei stimmen die behauptete und die beobachtbare Leistung der Raketen weitgehend überein. Ebenso reizten die Raketen bei frühen Starts ihre volle Nutzlast nicht aus, aber sie demonstrierten große Leistungsreserven.
Die Falcon 1 startete Satelliten beispielsweise direkt in den angestrebten Orbit, statt erst einen Parkorbit anzufliegen und später das Triebwerk am höchsten Bahnpunkt neu zu starten. Das reduzierte das technische Risiko, aber die Nutzlast sank – mathematisch gut nachvollziehbar – um mehr als die Hälfte. Die Falcon 9 hatte immer große Treibstoffreserven an Bord und demonstrierte das bei Triebwerksausfällen wie beim vierten Flug und bei späteren Tests zur Landung von Raketenstufen mit den Triebwerken. Beim Starship ist nichts dergleichen zu sehen.
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