Starshield: SpaceX entwickelt militärische Starlink-Satelliten
Erdbeobachtung, verschlüsselte Kommunikation und geheime Nutzlasten - so bewirbt SpaceX eine neue Generation von Satelliten namens Starshield.
SpaceX will die für Starlink entwickelte Satellitentechnologie nun auch für den Bau von Satelliten für staatliche Kunden, insbesondere das Militär, anbieten. Die Satelliten sollen unter dem Namen Starshield für Erdbeobachtung, Kommunikation und andere Zwecke eingesetzt werden. Es handelt sich dabei, wie bei Starlink, weiterhin um flache, palettenartig aufgebaute Satelliten. Technische Details hat SpaceX noch nicht veröffentlicht.
Eine Abbildung der Satelliten auf der Webseite von SpaceX zeigt einen deutlich anderen Aufbau: mit zwei flügelartigen Solarpanelen statt nur einem gefalteten vertikalen Solarpanel bei Starlink. Vier an den Ecken des Satelliten angebrachte Abstandshalter bieten Platz für größere Nutzlasten. Das abgebildete Spiegelteleskop zur Erdbeobachtung dürfte mit geschätzten 50 Zentimeter Spiegeldurchmesser eine Auflösung von einem halben Meter auf der Erdoberfläche erreichen. Das ist vergleichbar mit anderen kommerziellen Anbietern.
Anders als bei der Konkurrenz sollen die aufgenommenen Daten schon auf dem Satelliten verarbeitet und verschlüsselt und dann direkt an die Nutzer gesendet werden. Andere Anbieter empfangen Daten über eigene Bodenstationen und stellen sie dann nach der Bearbeitung in deren Rechenzentren zur Verfügung. Die weitere Übertragung der Daten zum Nutzer, aktuell etwa an Soldaten in der Ukraine, erfordert weitere Infrastruktur.
Militärische Anwendungen stehen im Vordergrund
Starshield soll mit den Laser-Kommunikationsterminals von Starlink ausgestattet werden, die aber auch mit anderen Satelliten und Satellitenkonstellationen kommunizieren sollen, so dass eine direkte Verbindung zum Satelliten vom Boden aus nicht unbedingt erforderlich ist. Von Starshield soll es auch ausschließlich für Kommunikation ausgelegte Varianten geben, letztlich ein militärisches Starlink.
Darüber hinaus soll auch der Einbau individueller Nutzlasten in den Satellitenbus möglich sein, der selbst nur die Struktur, die Stromversorgung, den Antrieb und grundlegende Kommunikation zur Verfügung stellt. Das dürfte auch für zivile Projekte möglich sein, die Betonung legt SpaceX aber auf die Erfahrung im Umgang mit geheimen Satelliten für militärische Anwendungen.