19 Milliarden US-Dollar für internationale Frequenzen
Durch den Kauf des AWS-4-Frequenzbands von Echostar bei 2.000 bis 2.020 MHz und 2.180 bis 2.200 MHz im Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar, zuzüglich 2 Milliarden US-Dollar für Zinszahlungen, verschaffte sich SpaceX auch eine dominante Position im aufstrebenden Satelliten-to-Device-Markt (D2D).
Die Deutsche Telekom hat mit Starlink auch in Europa eine Zusammenarbeit bei der Mobilfunkversorgung per Satellit mit Direct-to-Device vereinbart. Starlink werde "Satellite-to-Mobile-Konnektivität in zehn Ländern, für Millionen von Menschen bereitstellen" , sagte Stephanie Bednarek, Vice President Starlink Sales. "Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art in Europa, die Starlinks V2-Next-Generation-Technologie einführt. Sie bringt Daten, Sprache und Messaging direkt auf das Mobiltelefon." Der Dienst wird laut Telekom ausschließlich im MSS-Spektrum (Mobile Satellite Service) von Starlink betrieben.
Die Internetversorgung mit Starlink-Satellitenschüsseln des Unternehmens ist nicht mit dem D2D durch Evolved-Node-B-Modems in vielen seiner Satelliten zu verwechseln.
Ein Schlüsselelement für das Upgrade mit den nächsten Satelliten ist der Zugang zum global harmonisierten S-Band-Satellitenspektrum, das 2025 von Echostar erworben wurde, erklärte Nicolls. "Dank prioritärer IT-Rechte können wir die Satellitenkonstellation – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – global skalieren und überall, wo wir tätig sind, ein einheitliches Serviceniveau bieten."
SpaceX arbeite außerdem mit Geräte- und Modemherstellern zusammen, um die Kompatibilität im Vorfeld des geplanten kommerziellen Starts Mitte 2027 zu erweitern, erklärte er.
Zu den technischen Verbesserungen der Satelliten der zweiten Generation gehören eine größere Phased-Array-Antenne und eine höhere Bandbreite. Nicolls erklärte, die Verbesserungen seien durch eine "Phased-Array-Antenne, die fünfmal so groß ist wie die unserer Satelliten der ersten Generation und die vierfache Bandbreite pro Strahl aufweist" , erzielt worden.
Das Unternehmen plant, 20 × 20-MHz-Beams einzusetzen und "Funktionen wie MIMO auf dem Satelliten einzuführen" , fügte er hinzu.
Starlink Mobile wird den 3GPP-Release-19-NR-NTN-Standard nutzen. Laut Nicolls könnte dies die Verbindungsqualität für Nutzer am Rand der Satellitenabdeckung bis zum Zehnfachen verbessern.
"Unser Ziel ist es, innerhalb von sechs Monaten eine Satellitenkonstellation aufzubauen, die eine globale und lückenlose Abdeckung ermöglicht. Dafür benötigt man etwa 1.200 Satelliten" , fügte er hinzu.
Starlink: Freund oder Feind der Mobilfunkbetreiber?
Unklar ist, was Starlink dann davon abhält, selbst globaler Mobilfunkbetreiber zu werden und mit den etablierten Netzbetreibern zu konkurrieren. Elon Musk sagte im September 2025 auf die Frage, ob Starlink eines Tages weltweit satellitengestützten Mobilfunkdienst bereitstellen und eine Alternative zu traditionellen Anbietern wie AT&T werden würde: "Das wäre eine der Optionen."
Die Grenzen der Physik
Starlink hat in Europa durch den Vertrag mit Echostar 2 x 15 MHz dedizierte Satellitenfrequenzen erworben. Damit können sie vorläufig aber nichts anfangen, weil es keine Smartphones gibt, die dieses Frequenzband (n256) unterstützen.
Die Lizenz für diese Echostar-Frequenzen, auch 2GHz MSS-Band genannt, sollte eigentlich nächstes Jahr ablaufen und die Frequenzen bevorzugt an europäische Unternehmen vergeben werden. Das betrifft nicht nur die 2 x 15 MHz von Starlink, sondern auch 2 x 15 MHz, die Viasat (ursprünglich Inmarsat) zugeteilt wurden. Die US-Regierung übt aber massiven Druck auf Europa(öffnet im neuen Fenster) aus, Starlink diese Frequenzen zu überlassen(öffnet im neuen Fenster) .
Dass die Lufthansa vor kurzem auf Starlink gewechselt ist und die Telekom ihre Partnerschaft mit dem Anbieter für Direct To Device nach Europa erweitert , könnte auch das Ergebnis machtpolitischer Einflussnahme sein. Beide Unternehmen können unter Druck gesetzt werden: Die Lufthansa braucht Slots an US-Flughäfen und die Telekom hat mit T-Mobile US ihren größten Einzelmarkt in Übersee.
Technisch funktioniert Mobilfunk aus dem All nur eingeschränkt: Bei dem langem Signalweg der Starlink-Satelliten zur Erde geht sehr viel Energie verloren. Die Signalstärke nimmt im Quadrat zur Entfernung ab. Dadurch funktioniert Satellitenmobilfunk nur unter freiem Himmel zuverlässig, in Gebäuden teils gar nicht. Bei gleicher Frequenzbandbreite lassen sich deutlich weniger Daten übertragen.
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