Starlink: Beinahe-Kollision nach Raketenstart gemeldet

Via X(öffnet im neuen Fenster) hat Michael Nicolls, Vizepräsident von Starlink, auf einen kritischen Moment für den Starlink-Satelliten 6079 hingewiesen. Während eines chinesischen Raketenstarts, vermutlich einer Kinetica 1 am 10. Dezember 2025(öffnet im neuen Fenster) , soll es in 560 km Höhe fast zu Kollision gekommen sein.
Mindestens einer der neun ausgesetzten Satelliten hätte sich auf nur 200 Meter an den Starlink-Satelliten angenähert, was angesichts der Geschwindigkeiten bei nicht synchronen Umlaufbahnen vermutlich zur Zerstörung beider Satelliten geführt hätte. Zudem ist anzunehmen, dass die resultierenden Trümmerteile auch weitere nahe Satelliten hätten beschädigen können.
Koordination ist nicht vorhanden
Laut Nicolls könnten solche Situationen durch eine bessere Koordination vermieden werden. Zumal die Anzahl an Raketenstarts sowie die Zahl von Satelliten im Orbit noch in einem beherrschbaren Rahmen liegen.
Etwas mehr als 300 Raketen sind im Jahr 2025 gestartet. Circa 10.000 Satelliten befinden sich aktuell im niedrigen Erdorbit, einem Bereich zwischen 200 und 2.000 km über der Erdoberfläche. Somit wären mehrere Hundert Kilometer Sicherheitsabstand im Grunde kein Problem.
Noch ist nicht klar, wie es zu der starken Annäherung kommen konnte. Das verantwortliche chinesische Unternehmen für den Start gab ebenfalls via X(öffnet im neuen Fenster) bekannt, dass man sich derzeit mit Starlink austausche, um das Problem bei der Koordination zu identifizieren.
Vorfälle dürften sich häufen
Dass es einer besseren Zusammenarbeit bedarf, ist schon länger bekannt. Insbesondere die Esa(öffnet im neuen Fenster) warnt seit Längerem vor einer unkontrollierten Überfüllung des Erdorbits. Befürchtet wird vor allem eine Kettenreaktion, die durch eine erste Kollision ausgelöst wird und deren Trümmer anschließend immer mehr Zusammenstöße und noch mehr Trümmer verursachen.
Fraglich bleibt, ob die verschiedenen Interessen im Orbit tatsächlich ausgeglichen und koordiniert werden können. Denn dann müsste auch Starlink zugunsten anderer Unternehmen oder staatlicher Akteure auf Platz im Orbit verzichtet. Mehr als die Hälfte aller Satelliten weltweit gehört derzeit zum Satellitennetzwerk der SpaceX-Tochter.



